Deutscher Gewerkschaftsbund

28.08.2019

Antikriegstag 2019

Nie wieder Krieg! Nie wieder Faschismus! Für Frieden und Abrüstung!

"Demokratie, Frieden und Freiheit sind keine Selbstverständlichkeit, sondern müssen entschlossen verteidigt werden", heißt es im Aufruf des DGB zum Antikriegstag am 1. September 2019 – 80 Jahre nach dem Überfall Deutschlands auf Polen. Soziale Gerechtigkeit und sichere Zukunftsperspektiven für alle seien "die wirksamste Antwort auf die Spaltungs- und Ausgrenzungsparolen von Rechtsextremisten und Rechtspopulisten."

Antikriegstag 2019

DGB

Hier findest Du den Aufruf des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) zum Antikriegstag am 1. September 2019.

  • DGB-Aufruf zum Antikriegstag 2019

    "Nie wieder Krieg! Nie wieder Faschismus!" Das ist die Antwort der Gewerkschaften auf das unermessliche Leid, das Nazi-Deutschland über die Welt gebracht hat als es am 1. September 1939 Polen überfiel und damit die Katastrophe des Zweiten Weltkriegs auslöste. Achtzig Jahre nach Beginn des grauenhaften Vernichtungskriegs der Nazis haben wir allen Anlass, am Antikriegstag daran zu erinnern, wohin das Wiedererstarken von blindwütigem Nationalismus und Militarismus, von Menschenfeindlichkeit und Rassismus führen kann.

    Demokratie, Frieden und Freiheit sind keine Selbstverständlichkeit, sondern müssen entschlossen verteidigt werden. Das weiß niemand besser als wir Gewerkschaften. Deshalb waren wir von Anfang an zentraler Teil der Friedensbewegung und haben zu ihren Erfolgen beigetragen. Wir wissen aber auch: Unser Kampf gegen Faschismus, nationalistische Kriegstreiberei und besinnungsloses Wettrüsten ist längst nicht vorbei. Im Gegenteil: Wir leben heute in einer Welt, in der unser gewerkschaftlicher Einsatz für eine starke Friedensbewegung besonders gefordert ist.

    Die aktuelle Weltlage ist geprägt durch Unsicherheit und Instabilität. Wir werden nicht nur Zeuge, wie ein neuer Aufrüstungswahn um sich greift, sondern sehen uns mit einer neuen nuklearen Bedrohung konfrontiert. In einer Zeit, in der alle Atommächte dabei sind, ihre Nuklearwaffen zu modernisieren, steigen die USA aus dem Atomabkommen mit dem Iran aus und kündigen das Abkommen über nukleare Mittelstreckensysteme mit Russland. Auch die Bundesregierung ist in der Verantwortung, diesem Irrsinn Einhalt zu gebieten. Sie muss endlich den UN-Vertrag über das Verbot von Atomwaffen unterzeichnen, dem bereits rund 130 Staaten zugestimmt haben.

    Welche Ausmaße das neuerliche Wettrüsten erreicht hat, zeigt sich bei den Militärausgaben. Seit dem Fall des Eisernen Vorhangs waren sie nie so hoch wie heute: Weltweit belaufen sie sich auf mehr als 1,6 Billionen Euro. Und auch die Bundesregierung kennt kein Halten. Betrug der deutsche Verteidigungsetat 2015 noch 33 Mrd. Euro, so ist er inzwischen auf 43,2 Mrd. Euro gestiegen. Wenn Deutschland die NATO-Vorgabe befolgt, seine Wehrausgaben bis 2024 auf zwei Prozent des BIP zu steigern, so läge sein Rüstungsetat in fünf Jahren bei 85 Mrd. Euro.

    Schluss damit! Schon heute nimmt Deutschland den achten Platz bei den Rüstungsausgaben ein. Und das, obwohl das Geld für öffentliche Investitionen an allen Ecken und Enden fehlt – ob nun für die Gestaltung der sozialökologischen Transformation durch Klimawandel und Digitalisierung, in der Alterssicherung und Pflege, beim sozialen Wohnungsbau, bei der Entwicklung eines umfassenden Gesundheitssystems oder bei der Modernisierung von Schulen und dem Kita-Neubau. Statt mit Unsummen das Wettrüsten anzuheizen, fordern wir die Bundesregierung auf, die dafür vorgesehenen Mittel in ein sozial gerechtes Deutschland und Europa mit nachhaltigen Zukunftsperspektiven zu investieren.

    Soziale Gerechtigkeit und sichere Zukunftsperspektiven für alle – das ist zugleich die wirksamste Antwort auf die Spaltungs- und Ausgrenzungsparolen von Rechtsextremisten und Rechtspopulisten. Sie machen mobil gegen unsere Demokratie und sagen unserer vielfältigen und weltoffenen Gesellschaft den Kampf an. Wie wenig die Rechtsextremisten dabei vor Gewalt und Terror zurückschrecken, hat erst jüngst der Mord an dem Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke verdeutlicht.

    Weltweit befinden sich die Feinde der Demokratie, Autokraten und autoritäre Regime auf dem Vormarsch. Sie schüren neue Feindbilder. Sie instrumentalisieren die tiefe Verunsicherung, die das Gefühl bei vielen Menschen auslöst, in einer Welt zu leben, die völlig aus den Fugen geraten ist. Eine Welt, die durch eine wachsende Zahl an bewaffneten Konflikten geprägt ist. Eine Welt in der sich 70 Millionen Menschen auf der Flucht vor Krieg und Bürgerkrieg, vor politischer Verfolgung, vor Naturkatastrophen und Armut befinden.

    All diese Probleme lassen sich nur mit weniger statt mit mehr Waffen lösen. Um dieser Forderung Nachdruck zu verleihen, engagiert sich der DGB in der Friedensinitiative „Abrüsten statt Aufrüsten“. Deren Aufruf gegen das Zwei-Prozent-Ziel der NATO haben inzwischen mehr als 150.000 Unterstützerinnen und Unterstützer unterzeichnet. Wir rufen öffentlich dazu auf, den Aufruf mitzuunterschreiben und sich an den zahlreichen Aktionen der Initiative zu beteiligen (https://abruesten.jetzt).

Folgende Veranstaltungen zum Antikriegstag finden im Bezirk statt:

 

Datum Thema Ort Uhrzeit VeranstalterInnen
30.08.2019 Nie wieder Krieg! Nie wieder Faschismus! Salinenplatz, Bad Kreuznach ab 17:30 DGB KV Bad Kreuznach
01.09.2019 Friedenskonzert am Antikriegstag "Friede auf unserer Erde" mit Sonja Gottlieb AJK, Planinger Str. 29, Bad Kreuznach 17.00 Netzwerk am Turm und DGB KV Bad Kreuznach
01.09.2019 Nie wieder Faschismus - Nie wieder Krieg Mahnmal für die Opfer des Faschismus, Worms 11:00 DGB SV Worms, Demokratie Leben, Bündnis gegen Naziaufmärsche
01.09.2019 Koblenzer Gedenkgang zum Antikriegstag am 1. September 2019 – Vor 80 Jahren: Beginn des Zweiten Weltkrieges
Start: Kemperhof, Koblenzer Straße, Koblenz
15.00
DGB SV Koblenz;
Ev.Kirchenkreis KO; Förderverein Mahnmal e.V.
Stadt Koblenz

01.09.2019

DGB Neuwied: Nie wieder Krieg! Nie wieder Faschismus!
Gedenken an 80 Jahre Kriegsbeginn am Antikriegstag
Kranzniederlegung am Mahnmal für die Opfer des Faschismus

Graf-Friedrich-Platz, Neuwied 17:00 DGB KV Neuwied
01.09.2019

Kundgebung zum Antikriegstag

Vorplatz Stiftskirche, Marktstr. 13, Kaiserslautern 12:00 DGB;FiW; Schule Ohne Rassismus; VVN-BdA; Fridays for Future;

01.09.2019

Friedensfahrt, Fahrt in die KZ Gedenkstätte Natzweiler-Struthof und ins Mémorial Alsace Moselle

Abfahrtszeiten:

7:30 Uhr Frankenthal HBF-Busbahnhof

7:30 Uhr Ludwigshafen Busbahnhof

8:15 Uhr Speyer Naturfreundehaus

Rückfahrt ca. 17:00 Uhr

 

DGB Jugend Region Vorder- und Südpfalz

Die Falken

Naturfreunde Jugend RLP

 

01.09.2019 80 Jahre Antikriegstag "Nie wieder Krieg - nie wieder Faschismus" Kornmarkt, Trier 13:00 DGB Trier und AG Frieden
01.09.2019 Kranzniederlegung Denkmal für die Opfer des Faschismus, Schillerpark an der Kühlweinstraße, Völklingen 10:00 DGB Region Saar
01.09.2019 40 Jahre - Antikriegstag in Völklingen, Thema "Wie an der Grenze aus Feinden Freunden werden können" Cafe Salto, Gatterstr. 15, Völklingen 11:00  DGB Region Saar
03.09.2019 Atomare nachrüstung - die Zweite? Vortrag und Disskussion zum Antikriegstag, Referent: Roland Blach, Landesgeschäftsführer der DFG-VK Baden Würtemberg u. Koordinator der Kampagne "Büchel ist überall! Atomwaffenfrei.jetzt" Casimirianum, Ludwigstraße 1, Neustadt/Weinstraße 19:30 DGB SV Neustadt, Amnesty International, attac Neustadt/Weinstraße, Neustadt gegen Fremdenhass, VVN-BdA, Gedenkstättte für NS Opfer Neustadt, Friedensinitiative Neustadt, DFG-VK Pfalz
12.09.2019 Die Militarisierung der EU: Der (un)aufhaltsame Weg zur militärischen Großmacht, Vortrag und Diskussion mit Claudia Haydt (IMI-Informationsstelle Militarisierung) ver.di-Haus, Kaiser-Wilhelm-Straße 7, Ludwigshafen 19:30 DGB Region Vorder- und Südpfalz attac Ludwigshafen u. Mannheim Naturfreunde Ludwigshafen

 


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