„Erst unsere Jobs, dann eure Profite“

Zentrale DGB-Veranstaltung am 1. Mai in Trier

Datum

Ordnungsnummer PM 021

Die zentrale Veranstaltung des DGB Rheinland-Pfalz / Saarland zum Tag der Arbeit fand in diesem Jahr in Trier auf dem Viehmarktplatz statt. Los ging es gegen 11:00 Uhr mit einem Demonstrationszug vom Viehmarktplatz, der gegen 12:00 Uhr auch dort wieder endete. Unmittelbar danach begann die Kundgebung. Die insgesamt 17 Veranstaltungen am und um den 1. Mai 2026 in Rheinland-Pfalz und im Saarland standen unter dem Motto „Erst unsere Jobs, dann eure Profite“.

Reden in Trier hielten die Vorsitzende des DGB Rheinland-Pfalz / Saarland, Susanne Wingertszahn, und der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Alexander Schweitzer.

„Standorte werden verlagert, Investitionen verschoben oder Betriebe geschlossen - und das oft, obwohl die Beschäftigten gute Arbeit leisten und die Unternehmen profitabel sind. Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten kommt es auf das Wesentliche an: Auf sichere Arbeitsplätze, auf gute Löhne und auf soziale Sicherheit. Sie müssen Vorrang haben vor kurzfristigen Renditeinteressen“, so Wingertszahn in ihrer Rede.

Damit im Bundesland die Herausforderungen der Krisen und des wirtschaftlichen Wandels gemeistert werden können, forderte die DGB-Bezirksvorsitzende eine Investitionsoffensive für Rheinland-Pfalz: „Wir haben es versäumt, uns um unsere Infrastruktur zu kümmern, jetzt bröckelt sie uns weg. Gleichzeitig darf der Klimaschutz nicht auf der Strecke bleiben. Viele Unternehmen aus der Industrie, dem Mittelstand und Bereichen der öffentlichen Daseinsvorsorge werden das nicht ohne staatliche Unterstützung schaffen. Daher ist die Einrichtung eines Zukunftsfonds für Rheinland-Pfalz die richtige Antwort.“

Die richtige Antwort auf die Herausforderungen unserer Zeit sei außerdem, Tarifbindung und Mitbestimmung in Betrieben zu stärken. „Durch Tarifflucht entgehen dem Staat Milliarden, die wir dringend benötigen, auch zur Finanzierung unserer Gesundheit und Rente. Gute Tarifgehälter stärken zudem die Binnennachfrage. Das Land muss mit einem verbesserten Tariftreuegesetz zur stärkeren Tarifbindung beitragen“, forderte Wingertszahn. 

Neben Tarifverträgen schützen auch Betriebsräte. Sie retten in den aktuellen Krisen Arbeitsplätze. Umso wichtiger, dass sie geschützt werden. Leider werden Betriebsräte zu oft in ihrer Arbeit behindert oder schon deren Gründung verhindert. Deshalb brauchen wir Schwerpunktstaatsanwaltschaften“, so Wingertszahn.

Was in der aktuellen Lage gar nicht weiterhelfe, sei, die Beschäftigten, die sich ohnehin Sorgen um ihre Arbeitsplätze machten, noch mehr zu verunsichern. „Seit Monaten vergeht kaum eine Woche ohne neue Angriffe auf Arbeitnehmerrechte und den Sozialstaat: Abschaffung von Feiertagen, des 8-Stunden-Tags, zu hohe Renten oder angeblich zu hohe Lohnnebenkosten. Es ist respektlos und führt in keiner Weise zu mehr Wirtschaftswachstum und schafft Unsicherheiten bei den Bürgern“, so Wingertszahn.

„Die Ursachen liegen in den Auswirkungen der Energie- und Inflationskrise infolge des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine und des Krieges im Iran, in der aggressiven Handels- und Zollpolitik der USA sowie in der staatlich gesteuerten Industriepolitik Chinas. Hinzu kommen hausgemachte Probleme, wie der politische Zickzackkurs in der Energie- und Industriepolitik, aber auch schwere Managementfehler in Unternehmen und mangelnde Investitionen in Zukunftstechnologien“, so Wingertszahn.

Die Beschäftigten tragen keinerlei Schuld. Und sie brauchen Sicherheit, keine Panikmache oder Debatten um Kürzungen. Von Unsicherheiten und Ängsten profitiert nur die AfD. Sie treibt einen Keil in unsere Gesellschaft und bietet keine Lösungen. Die AfD steht für nichts, wofür wir Gewerkschaften stehen“, so Wingertszahn.

Die Gewerkschaften setzen sich für Gute Arbeit, Tarifverträge und eine gerechte Verteilung aller Lasten ein. Weil wir nur dadurch die Krisen der Zeit gestalten und die Demokratie stärken“, so Wingertszahn.

Die Zahl der Teilnehmenden, die sich an den Mai-Kundgebungen im gesamten Bezirk beteiligt haben, geben wir am 1. Mai in einer gesonderten Meldung gegen 14:30 Uhr bekannt. 

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