Am 8. März ist der Internationale Frauentag. Noch immer klafft in Rheinland-Pfalz eine Lücke von 14 Prozent, die Männer im Schnitt mehr verdienen als Frauen. Obwohl Fachkräfte in vielen Branchen dringend benötigt werden, stecken gut ausgebildete Frauen bei geringerer Bezahlung in der Teilzeit- oder Minijobfalle. Was würde passieren, wenn Frauen aus Protest dagegen die Arbeit niederlegen würden? In einigen systemrelevanten Bereichen würde alles stillstehen.
In der Kranken- und Altenpflege arbeiten in Rheinland-Pfalz 83,5 Prozent Frauen. In der Kindertagesbetreuung sind es sogar 93,1 Prozent. Zwei Beispiele, die zeigen: Frauen dominieren deutlich in Berufen, die nicht zu denen mit den höchsten Gehältern gehören. Unter den Führungskräften dagegen findet man in Rheinland-Pfalz lediglich 30,2 Prozent Frauen.
Noch dominanter indes sind Frauen in einem Bereich, der gar nicht entlohnt wird: Fast 90 Minuten pro Tag, die Zeit eines Fußballspiels, verbringen Frauen mehr als Männer mit Carearbeit, der Sorge und Pflege für Kinder oder Angehörige. Eine Arbeitswoche von Müttern besteht bis zu 60 Prozent aus unbezahlter Haus- und Sorgearbeit, bei Vätern hingegen zu 60 Prozent aus bezahlter Erwerbsarbeit. Würden Frauen kollektiv die Arbeit niederlegen – es bräche auch im privaten Umfeld das blanke Chaos aus.
„Die Entgeltlücke schließt sich im Schneckentempo, zuletzt stagnierte sie. Und auch bei der Verteilung der Carearbeit tut sich kaum etwas. Männer müssen endlich mehr in die Pflicht genommen werden, aber Eltern müssen generell entlastet werden. Dazu gehört auch, die öffentliche Kinderbetreuung auszubauen und in deren Qualität zu investieren“, so Susanne Wingertszahn, Vorsitzende des DGB Rheinland-Pfalz / Saarland.
„Frauen haben mehr vom Kuchen verdient, wir fordern gleichen Lohn für gleiche Arbeit. Das erreichen wir, in dem wir die Tarifbindung erhöhen, zum Beispiel mit einem Landestariftreuegesetz in Rheinland-Pfalz. Denn Tarifverträge sorgen für Geschlechtergerechtigkeit“, so Wingertszahn.
Die Politik muss die Rahmenbedingungen schaffen, es brauche aber auch zusätzlich einen gesellschaftlichen Wandel. Nicht zuletzt seien jedoch auch die Unternehmen in der Pflicht. „Wir fordern ein Gleichstellungsgesetz in der Privatwirtschaft, um eine Unternehmenskultur ohne Diskriminierung zu etablieren. Unternehmen müssen die Möglichkeiten für Führungskräfte in Teilzeit vorantreiben und sicherstellen, dass Frauen auf allen Hierarchieebenen angemessen repräsentiert sind“, so Wingertszahn.
Hier eine Übersicht zu allen Veranstaltungen zum Internationalen Frauentag.