Susanne Wingertszahn, Vorsitzende DGB Rheinland-Pfalz / Saarland, zu den Vorschlägen der Rentenkommission:
„Dass der Kreis der Beitragszahler um Selbstständige und Abgeordnete erweitert werden soll, ist der richtige Ansatz. Genauso, dass es Minijobs künftig nur noch für Schüler*innen geben soll. Das sind zwei Forderungen, die die Gewerkschaften auch schon länger in die Debatte um die Rente eingebracht haben.“
„Allerdings sind unter den 33 Empfehlungen der Kommission auch welche, die zu Rentenkürzungen führen würden. Dass Beschäftigte über 67 Jahre hinaus arbeiten sollen, geht an der Lebenswirklichkeit vieler vorbei. In Rheinland-Pfalz liegt das Durchschnittsrentenalter bei 64 Jahren. Nicht etwa, weil die Beschäftigten faul sind, sondern weil der überwiegende Teil es gesundheitlich überhaupt nicht schafft, länger zu arbeiten.“
„Die abschlagsfreie Rente nach 45 Beitragsjahren oder ‚Rente mit 63‘ zu streichen, ist respektlos der älteren Generation gegenüber, die ein Leben lang fleißig gearbeitet hat.“
„Was den Gewerkschaften fehlt, ist die betriebliche Altersversorgung zu stärken. Die Vorsorge über den Kapitalmarkt sehen die Gewerkschaften kritisch. Das ist mit zu hohen Risiken verbunden, vor allem für kleine Einkommen.“
„Es geht um mehr als Mathematik, es geht um Gerechtigkeit und ein würdevolles Leben im Alter. Deshalb muss die Bundesregierung die Vorschläge sorgfältig prüfen und nachbessern. Deshalb warnt der DGB davor, diese Reform übers Knie zu brechen. Was wir jetzt brauchen, ist ein sauberes, solides Verfahren – mit ausreichend Zeit und Ruhe für eine gründliche Debatte und am Ende tragfähigen Ergebnissen.“