Alarmierender Minusrekord bei Ausbildung: „Wir müssen das duale Ausbildungssystem dringend stärken“

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Ordnungsnummer PM 019

Minusrekord: Das Statistische Landessamt vermeldet für 2025 die niedrigste Zahl an Auszubildenden, seitdem die Zahlen 1970 erstmals erhoben wurden. Im Vergleich zu 1984, als mit rund 112.000 Ausbildungsverhältnissen der Höchstwert erreicht wurde, hat sich die Zahl der Auszubildenden auf 57.000 im Jahr 2025 – also fast um die Hälfte - reduziert. „Das ist alarmierend und zeigt erneut: Wir müssen das duale Ausbildungssystem stärken - und zwar dringend. Wir erwarten ein Aktionsprogramm für mehr Ausbildung im Koalitionsvertrag von CDU und SPD“, so Susanne Wingertszahn, Vorsitzende DGB Rheinland-Pfalz / Saarland.

Das duale Ausbildungssystem sei ernsthaft in Gefahr, daher müsse die Fachkräftestrategie weitergeführt und weiterentwickelt werden. „Die Vorschläge der Gewerkschaften liegen seit Jahren auf dem Tisch. Wir brauchen einen Zukunftsfonds für die Ausbildung, damit Unternehmen, die ausbilden, belohnt und finanziell unterstützt werden“, so Wingertszahn.

Über 140.000 junge Menschen zwischen 20 und 35 Jahren in Rheinland-Pfalz haben keine abgeschlossene Ausbildung. „Das ist ein enormes Fachkräftepotential, das wir verschenken. Wir brauchen innovative Konzepte und hervorragend ausgebildete Ausbilder*innen, die junge Menschen - auch auf steinigen Wegen - gut zu einem Ausbildungsabschluss begleiten können“, so Wingertszahn.

Es brauche nicht nur mehr betriebliche Ausbildungsplätze, sondern auch deutliche Verbesserungen am Übergang zwischen Schule und Beruf. Gerade junge Menschen mit größerem Unterstützungsbedarf und kleine Betriebe ohne Personalabteilung müssten auch während der Ausbildung stärker unterstützt werden. Verbundausbildungen oder mehr überbetriebliche Lehrgänge könnten hier Abhilfe schaffen. 

Um die Ausbildung attraktiver zu gestalten, fordert der DGB zudem ein Azubiticket zur günstigen Nutzung des ÖPNV. „Wohnheime für Auszubildende sind ein weiteres Instrument, das die Landesregierung fördern kann und das die Attraktivität steigert“, so Wingertszahn.

Zudem müsse die eingeführte Ausbildungsgarantie verbessert werden. „Alle junge Menschen, die Interesse an einer Ausbildung haben, sollen auch ausgebildet werden. Damit werden nicht nur deren Zukunftschancen erhöht, sondern wir decken auch den so dringend benötigten Fachkräftebedarf der Zukunft“, so Wingertszahn.

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