Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 032 - 18.08.2020

Rentenreport Rheinland-Pfalz 2020

Neue Zahlen, alte Probleme: Die Rente reicht zu oft nicht zum Leben, Altersarmut bleibt vor allem weiblich

Der DGB Rheinland-Pfalz / Saarland hat heute seinen Rentenreport Rheinland-Pfalz 2020 präsentiert. Der Report zeigt, dass jede bzw. jeder sechste Rentner/in armutsgefährdet ist und die regionalen sowie geschlechtsspezifischen Unterschiede sehr groß sind. Besorgniserregend ist außerdem die Zunahme an psychischen Erkrankungen, die zur Erwerbsminderung führen, resümiert Dietmar Muscheid, Vorsitzender des DGB Rheinland-Pfalz / Saarland:

„Der Rentenreport belegt, dass sich in der Rentenpolitik seit unserem ersten Rentenreport 2017 nicht viel bewegt hat: Über 24.000 Rentnerinnen und Rentner sind auf unterstützende Grundsicherung im Alter angewiesen – selbst wenn sie ein Leben lang gearbeitet haben. Noch immer sind die Unterschiede zwischen den Geschlechtern immens, wie das Beispiel Kusel mit einem durchschnittlichen Rentenunterschied von 650 Euro zeigt. Die Einführung der Grundrente war vor diesem Hintergrund richtig, da vor allem die Renten der Frauen gestärkt und ihre Lebensleistungen damit stärker anerkannt werden. Die Grundrente löst aber das Problem der sich ausbreitenden Altersarmut nicht und die Bundesregierung ist dafür zu kritisieren, sich diesem Trend nicht entschieden entgegengestellt zu haben. Die Rente ist ein Spiegel der eigenen Erwerbsbiografie. Vor diesem Hintergrund ist die Entwicklung Deutschlands, hin zu einem Dumpinglohnland, für die kommenden Generationen verheerend. Deshalb brauchen wir dringend steigende Löhne und mehr Tarifbindung im Land.“

Während die schrittweise Anhebung des Renteneintrittsalters auf 67 Jahre politisch beschlossen wurde, sieht die Realität heute so aus: Männer gehen im Durchschnitt mit 64 Jahren und Frauen mit 64,3 Jahren in die Rente. Sowohl bei Männern als auch bei Frauen sind psychische Erkrankungen mit 43 Prozent die Hauptdiagnose für ein vorzeitiges Ausscheiden aus dem Erwerbsleben. 2006 waren es noch etwas mehr als 30 Prozent. Dabei sind Frauen mit 48,9 Prozent häufiger von psychischen Erkrankungen betroffen als Männer. Über 22.000 Personen bezogen 2018 aufgrund ihres vorzeitigen Ausscheidens aus dem Berufsleben Grundsicherung bei Erwerbsminderung.

„Die Arbeitgeber haben dafür zu sorgen, dass die Beschäftigen lang und gesund arbeiten können und das Land muss sicherstellen, dass auch alle die Arbeitsschutzgesetze einhalten. Nur gesunde Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer können gute Arbeit leisten, das muss das Interesse aller sein.“ 

Die regionalen Ergebnisse des Rentenreports Rheinland-Pfalz 2020 im Kurzüberblick:

Die durchschnittliche Altersrente der Neurentner*innen betrug für Männer in Rheinland-Pfalz im Jahr 2018 1.139 Euro und für Frauen 677 Euro. Bei den Männern fällt die Rentenauszahlung im Rhein-Pfalz-Kreis mit 1.352 Euro im Schnitt am höchsten und in der kreisfreien Stadt Pirmasens mit 914 Euro am niedrigsten aus. Frauen erhalten in der Stadt Mainz mit 787 Euro die höchste Rentenauszahlung, am niedrigsten ist sie im Kreis Bitburg-Prüm mit 546 Euro. Insgesamt liegen 72 Prozent der Frauen und 35 Prozent der Männer unter der Armutsgefährdungsschwelle, die im Jahr 2018 bei 1.061 Euro lag. Eine Rente von mehr als 1.200 Euro erreicht mehr als die Hälfte der Männer, aber nur 13,1 Prozent der Frauen.

 

Den Rentenreport Rheinland-Pfalz 2020 können Sie hier herunterladen:


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