Am 20. Februar ist Equal Pay Day in Rheinland-Pfalz

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Ordnungsnummer 009

Am 20. Februar 2026 ist Equal Pay Day in Rheinland-Pfalz. Bis zu diesem Tag arbeiten die Frauen rein statistisch betrachtet unentgeltlich. Denn noch immer verdienen Frauen in Rheinland-Pfalz im Schnitt 14 Prozent weniger als Männer - der sogenannte Gender Pay Gap. Im Bundesland liegt er damit ein wenig niedriger als im Bundeschnitt, dort beträgt er 16 Prozent, weshalb der bundesweite Equal Pay Day der 27. Februar 2026 ist.

„Vor zehn Jahren lag der Unterschied in Rheinland-Pfalz noch bei 20 Prozent. Es ist erfreulich, dass der Lohnunterschied gesunken ist. Aber das Ziel muss sein, dass sich die Löhne komplett angleichen“, so Susanne Wingertszahn, Vorsitzende des DGB Rheinland-Pfalz / Saarland.

Eine Ursache für die geringere Bezahlung von Frauen ist, dass sie in Branchen arbeiten, die häufig eine schlechtere Bezahlung aufweisen. Beispielsweise in der Alten- und Krankenpflege. Dort arbeiteten 2023 in Rheinland-Pfalz 83,5 Prozent Frauen – bei über 77.000 Beschäftigten. Ähnlich sieht es bei der Kindertagesbetreuung aus. Von knapp 40.000 Beschäftigten im Jahr 2023 waren 93,1 Prozent weiblich. 

„Die frauendominierten Berufe müssen durch höhere Löhne aufgewertet werden. Tarifverträge schaffen Geschlechtergleichheit. Auch deshalb müssen wir die Tarifbindung stärken“, fordert Wingertszahn.

Ein weiterer Grund für die Gehaltsunterschiede ist, dass Frauen wesentlich seltener in Führungspositionen arbeiten - der bisher kontinuierliche Anstieg des Frauenanteils stagniert leider mittlerweile. In Rheinland-Pfalz sind in Führungspositionen nur 30,2 Prozent Frauen anzutreffen. In der Landesverwaltung sind es immerhin 39 Prozent. „Wir fordern, Projekte zur Führung in Teilzeit zu fördern und ein Gleichstellungsgesetz für die Privatwirtschaft“, so Maria Leurs, Bezirksfrauensekretärin des DGB Rheinland-Pfalz / Saarland.

Apropos Teilzeit: Die Zahlen belegen, wie absurd die Debatte um die Lifestyle-Teilzeit ist. 2024 arbeiteten in Rheinland-Pfalz 54 Prozent der Frauen in Teilzeit und nur 13 Prozent der Männer. Während Frauen als häufigsten Grund für die Teilzeitarbeit die Kinderbetreuung angaben (30 Prozent, aber in der Altersgruppe der 30- bis 45-Jährigen sogar 62 Prozent), nahmen sich Männer Zeit für Aus-, Fortbildung oder Studium.

„Es sind vor allem strukturelle Ursachen, weshalb Frauen noch immer deutlich weniger verdienen als Männer. Und da müssen wir dringend ran: Carearbeit, die Betreuung von Kindern oder Pflege von Angehörigen, ist noch immer weiblich. Das muss gerechter verteilt werden. Die Kinderbetreuung ist nicht ausreichend ausgestaltet, damit man Job und Familie unter einen Hut bringen kann“, so Wingertszahn.

Aber auch die Unternehmen seien in der Pflicht. Die unterschiedlichen Bedürfnisse der Beschäftigten müssten erhoben und dementsprechend in Konzepten berücksichtigt werden. „Setzen wir nicht auf das Know-how gut ausgebildeter Frauen, die in Teilzeit- oder Minijob kleben, verstärken sich die Fachkräfteengpässe in Zukunft noch“, so Wingertszahn.

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