Wenn die Beschäftigten im öffentlichen Dienst streiken, spüren die Bürger*innen das. So geschehen auch bei den Warnstreiks im Rahmen der Tarifverhandlungen für die Beschäftigten der Bundesländer. Um über die Forderungen der Gewerkschaften und die Bedeutung des öffentlichen Dienstes zu informieren, lud der DGB Rheinland-Pfalz / Saarland am (heutigen) Dienstag, den 27. Januar 2026, zu einer Pressekonferenz in die Geschäftsstelle der Gewerkschaft der Polizei (GdP) in Mainz.
„Die Beschäftigten im öffentlichen Dienst sorgen bei der Polizei für unsere Sicherheit, sie lehren unsere Kinder in den Schulen oder geben ihr Bestes für unsere Gesundheit in Kliniken“, so Susanne Wingertszahn, Vorsitzende des DGB Rheinland-Pfalz / Saarland. „Der Wert ihrer Arbeit ist gar nicht hoch genug einzuschätzen. Das hat man in der Coronapandemie gesehen, das sollte man aber eigentlich tagtäglich erkennen und wertschätzen.“
Die Gewerkschaft ver.di fordert sieben Prozent mehr Lohn, aber mindestens 300 Euro. Die Ergebnisse der Verhandlungen sollen zudem auf die Beamt*innen übertragen werden.
Immer höher werden im öffentlichen Dienst die Belastungen in der täglichen Arbeit. „Die Gewalt gegen Beschäftigte ist gestiegen. Sie werden als ‚der Staat‘ wahrgenommen und bekommen den Frust der Bürger*innen ab“, so Wingertszahn. Zwar hätten Bund, Länder und Kommunen erkannt, dass diese Problematik existiere. Für die Betroffenen sei es jedoch höchste Zeit, einen Ausgleich – eben auch in Form von mehr Gehalt - zu bekommen.
„Die Mitarbeitenden im öffentlichen Dienst gewährleisten durch die Sicherstellung einer funktionierenden öffentlichen Daseinsvorsorge ein gutes Zusammenleben der Menschen in unserem Land und das muss endlich erkannt und wertgeschätzt werden“, so Marion Paul, Landesbezirksleiterin der Gewerkschaft ver.di in Rheinland-Pfalz und dem Saarland. Die in der Tarifrunde gestellten Forderungen seien dringend nötig, damit der öffentliche Dienst als Arbeitgeber attraktiv bleibe.
„Wir haben einen enormen Arbeitskräftemangel und eine hohe Arbeitsverdichtung im öffentlichen Dienst. Umso unverständlicher ist es, dass die Arbeitgeber in der aktuellen Tarifrunde signalisieren, ausgerechnet im Bildungsbereich sparen zu wollen“, so Kathrin Gröning, Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Rheinland-Pfalz. „Alle sprechen davon, dass Kinder unsere Zukunft sind. Wer aber bei der Bildung kürzt, gefährdet die Qualität von Bildung und die Zukunftschancen von Kindern und Jugendlichen. Schon jetzt fehlt in allen Bildungsbereichen qualifiziertes Personal. Deshalb müssen wir die Bedingungen in unseren Schulen dringend verbessern, damit Kinder gut auf die Zukunft vorbereitet werden können.“
„Die Beschäftigten der Polizei leisten unverzichtbare Arbeit für unsere Gesellschaft. Auf die Polizei ist jederzeit zu hundert Prozent Verlass. Sie sichern unser Zusammenleben in Freiheit, schützen Menschen und retten Leben. Gerade während der Fastnachtstage sorgen sie dafür, dass andere unbeschwert feiern können. Gleichzeitig sehen sich Polizeibeschäftigte immer häufiger Angriffen, Respektlosigkeit und Anfeindungen ausgesetzt. Wer unter diesen Bedingungen Verantwortung übernimmt, verdient nicht nur Dankesworte, sondern echte Wertschätzung. Diese muss sich auch beim Gehalt widerspiegeln. Eine zeit- und inhaltsgleiche Übertragung der Tarifergebnisse auf Beamtinnen und Beamte sowie auf die Versorgungsempfängerinnen und Versorgungsempfänger ist deshalb zwingend erforderlich. Alles andere wäre ein falsches Signal an diejenigen, die täglich für die Sicherheit aller einstehen.“, so Aline Raber, Landesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP).
Beim ersten Verhandlungstermin Anfang Dezember hatte die Arbeitgeberseite kein Angebot vorgelegt und lediglich auf die schwierige Haushaltslage verwiesen. Auch in den Verhandlungen am 15. / 16. Januar 2026 konnte kein Ergebnis erzielt werden. Die nächste Verhandlungsrunde ist für 11. bis 13. Februar 2026 geplant.