Fall Fernandes: DGB fordert konsequenten Gewalt- und Opferschutz

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Ordnungsnummer PM 017

Auch wenn es erst einen dramatischen Fall und ein prominentes Opfer geben musste, der eine Debatte auslöste: Der Fall um Collien Fernandes verdeutlicht nur erneut, wie dringend Gewaltschutz für Frauen auch im digitalen Raum benötigt wird.

„Die künftige Landesregierung sollte Gewalt- und Opferschutz konsequent auf allen Ebenen durchsetzen“, so Susanne Wingertszahn, Vorsitzende des DGB Rheinland-Pfalz / Saarland. „Rheinland-Pfalz kann im Bund darauf einwirken, dass wir zeitnah ein digitales Gewaltschutzgesetz bekommen, das die Rechte der Betroffenen sichert.“ Zudem müsse die Zahl der Frauenhäuser, um Frauen Schutz vor Gewalt zu bieten, im Bundesland erhöht werden.

Der Fall um Fernandes sei beileibe kein Einzelfall: „Sexualisierte Gewalt - ob zu Hause, am Arbeitsplatz oder im Netz - ist weit verbreitet und wird noch immer verharmlost oder relativiert. Dabei geht es um Machtausübung und Grenzüberschreitungen. Betroffene müssen ernst genommen werden und verdienen Schutz - und zwar durch unser Gesetz“, so Wingertszahn.

„Dass das Bundesfrauenministerium aktuell die Fördergelder für die Organisation ‚HateAid‘ einstellen möchte, ist – nicht nur vor dem Hintergrund der aktuellen Debatte – ein Skandal“, so Wingertszahn. Die Organisation unterstützt Opfer von digitaler Gewalt, ihre Rechte durchzusetzen und sorgt dafür, dass Desinformationen und Lügen, die in Sozialen Medien verbreitet werden, vor Gericht landen. „Wer glaubt, dass wir solche Organisationen nicht brauchen, scheint in einer anderen Realität zu leben“, so Wingertszahn.

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