Deutscher Gewerkschaftsbund

06.05.2013
DGB und Evangelische Kirche fordern Reform des Arbeitsmarktes

Spitzengespräch in Rheinland-Pfalz über Zukunft der Gesellschaft

Spitzengespräch

Rahn

Für eine grundsätzliche Neuorientierung der Arbeitsmarktpolitik haben sich 17, April 2013 in Mainz Vertreter der evangelischen Kirche und der Gewerkschaft ausgesprochen. Bei einem Spitzengespräch zwischen den evangelischen Kirchen in Rheinland-Pfalz und dem Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) Rheinland-Pfalz plädierte der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland Manfred Rekowski dafür, Leiharbeit und befristete Arbeitsverträge zu überdenken. „Unsichere Arbeitsverhältnisse sind nicht akzeptabel“, sagte Rekowski. Beschäftigungsverhältnisse, die besonderen Risiken ausgesetzt seien, sollten für Arbeitgeber teurer sein als andere.

Rekowski sprach sich auch für eine „Re-Regulierung von prekären Arbeitsverhältnissen“ aus. So sollten unter anderem Minijobs künftig reduziert werden. „Arbeit muss auskömmlich und existenzsichernd entlohnt werden“, erklärte Rekowski. Der rheinische Präses forderte deshalb die Einführung eines gesetzlichen Mindestlohnes.

Auch der DGB-Landesvorsitzende in Rheinland-Pfalz Dietmar Muscheid warb für eine neue Ordnung der Arbeit. „Die Menschen müssen für ihre Arbeit gerecht bezahlt werden, so dass sie von ihrem Einkommen wieder leben können“, sagte Muscheid bei dem Spitzengespräch. „Deshalb wollen die Gewerkschaften Schluss machen mit unwürdigen Arbeitsbedingungen. Wir verlangen einen flächendeckenden, gesetzlichen Mindestlohn von mindestens 8,50 Euro, die Bekämpfung des Missbrauchs von Werksverträgen, Leih- und Zeitarbeit sowie gleiches Geld für gleiche Arbeit – unabhängig vom Geschlecht.“

Zu dem Spitzengespräch hatte in diesem Jahr die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau nach Mainz eingeladen. Das Treffen stand unter dem Schwerpunktthema „Zukunftsfähiger Umbau der Gesellschaft und neue Ordnung der Arbeit“. An der Begegnung nahmen neben dem rheinischen Präses Manfred Rekowski und dem DGB-Landesvorsitzenden Dietmar Muscheid unter anderem auch der Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau Volker Jung sowie der Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche der Pfalz Christian Schad teil. Alle genannten evangelischen Kirchen reichen in das Gebiet des Bundeslandes Rheinland-Pfalz hinein.


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