Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 022 - 11.05.2021
12. Mai: Internationaler Tag der Pflege

Muscheid warnt vor Fachkräftemangel in der Pflege und sieht gute Ansätze im Koalitionsvertrag

Zum morgigen Tag der Pflege sagt Dietmar Muscheid, Vorsitzender es DGB Rheinland-Pfalz / Saarland:

„Der Kampf gegen das Coronavirus zeigt uns, wie wichtig ein leistungsfähiges Gesundheitssystem ist und wir sehen aktuell die Grenzen eines durch Budgets und Pauschalen zunehmend auf Profite ausgerichteten Gesundheitswesens. In den Kliniken fehlte es gerade zu Beginn der Pandemie an Intensivbetten, Beatmungsgeräten, Pflegepersonal, Schutzkleidung und Desinfektionsmitteln. In den letzten Jahrzehnten hat die Kommerzialisierung des Gesundheitswesens die Versorgungsqualität und Arbeitsbedingungen verschlechtert. Tausende Krankenpfleger*innen haben bereits angekündigt, wegen der hohen Arbeitsbelastung nach der Pandemie einer anderen Arbeit nachgehen zu wollen.“

Dabei fehlen bundesweit bereits heute 80.000 Krankenpflegekräfte für eine bedarfsorientierte Pflege. Im Koalitionsvertrag der neuen Ampelregierung finden sich einige wichtige Ansätze zur Fachkräftesicherung in der Pflege und zur Aufwertung der Pflegeberufe:

„Die Fachkräfteinitiative Pflege 2.0 ist wichtig, um mehr Menschen für die Arbeit in der Pflege zu gewinnen. Wir brauchen aber vor allem auch eine stärkere Anerkennung der Leistung, die von Pflegekräften jeden Tag erbracht wird. Wir begrüßen deshalb, dass die Landesregierung sich weiter für einen allgemeinverbindlichen Tarifvertrag in der Altenpflege einsetzen will, der zuletzt am Widerstand der Caritas gescheitert ist. Auch, dass im Koalitionsvertrag festgeschrieben ist, die Assistenzberufe in der Pflege aufwerten zu wollen, ist ein wichtiges Signal. Das Wegfallen des Schulgeldes ist eine richtige Entscheidung, um das Erlernen von Gesundheitsfachberufen attraktiver zu machen.“ 

Verbessern muss sich aber auch das Pflegeangebot – vor allem im ländlichen Raum. Auch hier liefert der Koalitionsvertrag wichtige Ansätze, findet Dietmar Muscheid:

„Das Konzept der Gemeindeschwester Plus hat sich bewährt und soll nun flächendeckend ausgebaut werden. Die Einführung der kommunalen Pflegestrukturplanung mit kommunalen Pflegekonferenzen begrüßen wir ebenso als wichtigen Schritt zur Verbesserung des Pflegeangebots im ländlichen Raum, wie die Förderung von ambulanten Betreuungsdiensten. Zusammen mit Konzepten wie dem Mehrgenerationenwohnen bekommen ältere Menschen so die Möglichkeit, weiter in der vertrauten heimischen Umgebung wohnen zu können. Mehr Engagement wünschen wir uns dagegen bei der Unterstützung von pflegenden Angehörigen. Sie sind gerade in der Pandemie enormen Belastungen ausgesetzt, weil Tageseinrichtungen geschlossen sind und viele ehrenamtliche Angebote zur Entlastung wegfallen. Sie verdienen eine Erhöhung des Entlastungsbeitrags und ein flächendeckendes, barrierefrei zugängliches und niedrigschwellige System an Beratungs- und Hilfsangeboten.“


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