Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 57 - 04.12.2018
Ausbildungsreport 2018

Die Arbeitsbelastung der Auszubildenden ist hoch – DGB fordert Min-destausbildungsvergütung

Der DGB Rheinland-Pfalz / Saarland hat heute seinen Ausbildungsreport für das Jahr 2018 veröffentlicht. Inhaltlich legt diese Ausgabe des Ausbildungsreports den Schwerpunkt auf die Arbeitszeiten und die damit verbundenen Belastungen in der Ausbildung.

„Die Stressbelastung der Auszubildenden ist hoch! Fast 40 Prozent der Auszubildenden machen regelmäßig Überstunden, doch 28 Prozent bekommen keinen Ausgleich für die geleistete Mehrarbeit oder es fehlt an Vereinbarungen, ob der Arbeitgeber einen Ausgleich gewährt. Besonders problematisch ist, dass 29 Prozent der minderjährigen Auszubildenden regelmäßig Überstunden leisten müssen, obwohl das nicht mit dem Jugendarbeitsschutzgesetz zu vereinbaren ist. Hier sind die Kammern gefordert, ihrem Kontrollauftrag nachzukommen und die Einhaltung der gesetzlichen Regelungen zu überwachen.“, fordert Dietmar Muscheid, Vorsitzender des DGB Rheinland-Pfalz / Saarland. 

Der Ausbildungsreport zeigt zudem, dass 40 Prozent der Auszubildenden immer oder manchmal außerhalb der Ausbildungszeit mobil erreichbar sein müssen. Nur sechs Prozent der Befragten bekommen dies jedoch auf ihre Ausbildungszeit angerechnet. „Das Beispiel zeigt, die Digitalisierung ist nichts, das abstrakt in weiter Ferne liegt. Die Digitalisierung ist in vollem Gange und wenn keine klaren Regeln zum Umgang mit den neuen Technologien vereinbart werden, dann droht eine zunehmende Entgrenzung der Arbeit. Wir fordern deshalb ein Recht auf Nichterreichbarkeit!“, erklärt Maria Leurs, Abteilungsleiterin Jugend und Ausbildung beim DGB Rheinland-Pfalz / Saarland.

Für Dietmar Muscheid ist klar, dass mit den steigenden Anforderungen und Belastungen auch die Bezahlung der Auszubildenden steigen muss: „Die Mindestausbildungsvergütung muss im Berufsbildungsgesetz in einer Höhe festgeschrieben werden, die den jungen Menschen ein eigenständiges Leben ermöglicht. Dazu reicht kein Taschengeld von 504 Euro, wie Bundesministerin Karliczek es vorgeschlagen hat. Wir fordern eine Mindestausbildungsvergütung in Höhe von 80 Prozent der durchschnittlichen Ausbildungsvergütung – aktuell sind das 635 Euro im ersten Lehrjahr. Davon würden mehr als 30 Prozent der von uns befragten Auszubildenden im ersten Lehrjahr profitieren.“    

Für den Ausbildungsreport 2018 wurden in Rheinland-Pfalz 1.013 Auszubildenden aus 19 der 25 meistfrequentierten Ausbildungsberufe befragt. In voller Länge ist der Ausbildungsreport 2018 hier zu finden:

https://rheinland-pfalz-saarland.dgb.de/++co++25dcec00-f324-11e8-8c8e-52540088cada

 


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