Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 025 - 27.08.2019

„Vorschläge der Allianz für Aus- und Weiterbildung zur Fachkräftesicherung in Rheinland-Pfalz umsetzen!“

In Berlin wurde heute eine Vereinbarung zur Allianz für Aus- und Weiterbildung unterzeichnet, mit der die Attraktivität, die Qualität, die Leistungsfähigkeit und die Integrationskraft der dualen Ausbildung gestärkt werden sollen. Neben dem DGB gehören Vertreter der Bundesregierung, der Bundesagentur für Arbeit, aus der Wirtschaft und den Ländern der Allianz an. Dietmar Muscheid, Vorsitzender des DGB Rheinland-Pfalz / Saarland, begrüßt die Fortsetzung der Allianz, die es sich zum Ziel gesetzt hat, möglichst alle Menschen zu einem qualifizierten Berufsabschluss zu bringen:


„Die Digitalisierung ist Chance und Herausforderung für die rheinland-pfälzische Wirtschaft. Um sie als Chance nutzen zu können, müssen jedoch noch größere Anstrengungen in der Aus- und Fortbildung der Beschäftigten unternommen werden.“


Die Allianz für Aus- und Weiterbildung weitet dazu das Sonderprogramm zur Förderung der Digitalisierung in überbetrieblichen Berufsbildungsstätten, zur Weiterbildung des Ausbildungs-personals und der Berufsschullehrkräfte aus. Neben Maßnahmen zur Verbesserung der Weiter-bildungsförderung macht die Erklärung auch konkrete Vorschläge für bessere Rahmen-bedingungen in der Ausbildung, wie Dietmar Muscheid erklärt:


„Während einerseits immer wieder ein Fachkräftemangel beklagt wird und rund 2.500 Ausbildungsstellen im rheinland-pfälzischen Handwerk unbesetzt sind, haben in Rheinland-Pfalz fast 80.000 junge Menschen zwischen 20 und 30 Jahren keine abgeschlossene Berufsausbildung. Wir erleben, dass die Zahl der abgebrochenen Ausbildungen steigt und noch immer haben Schutzsuchende je nach ihrem Aufenthaltsstatus ganz unter-schiedliche Ansprüche – oder eben keinen Anspruch – auf eine Ausbildungsförderung. All diese Entwicklungen sind im Einzelfall für die Betroffenen dramatisch und auch gesamtgesellschaftlich wäre es klug, die Potenziale dieser Menschen zur Fachkräftesicherung unserer Wirtschaft zu nutzen. Dazu braucht es eine Verbesserung der Berufsausbildungsbeihilfe und weiterer ausbildungsunterstützender Maßnahmen, damit eine Qualifizierung nicht am Geld scheitert. Es braucht dringend eine intensivere Ausbildungsberatung durch die Kammern und einen Ausbau der Jugend-berufsagenturen, damit die Auszubildenden in den Berufen landen, wo sie ihre persönlichen Stärken einsetzen und weiterentwickeln können. Es braucht einen Ausbau der assistierten Ausbildung und ihre Öffnung für weitere Zielgruppen, damit diejenigen mehr Unterstützung erhalten, die sie benötigen, um eine Ausbildung erfolgreich abschließen zu können. Und vor allem braucht es mehr Betriebe, die Jugendlichen mit Starschwierigkeiten und jungen Menschen mit einer Behinderung überhaupt eine Ausbildungschance eröffnen! Mit der Unterzeichnung der Erklärung der Allianz für Aus- und Weiterbildung bekunden auch die Industrie- und Handelskammern, dass sie dies erkannt haben. Wir freuen uns darüber und hoffen auf die Unterstützung der Kammern im Land, damit die Inhalte der Erklärung am ovalen Tisch der Landesregierung und in den Ausschüssen der Berufsbildung konkretisiert werden.“

Den Text der Erklärung finden Sie hier.

Weiterführende Informationen über die Allianz für Aus- und Weiterbildung und ihre Partner gibt es hier.


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