Deutscher Gewerkschaftsbund

16.04.2024

Faurecia Innenraum Systeme GmbH Scheuerfeld Standortsicherung und Transformation Industrie 4.0

Faurecia

DGB RLPS

Ausgangssituation


Der Unternehmer hat 2012 einen Werksschließungsbeschluss veröffentlicht.
Etwa 280 Arbeitsplätze wären damit weggefallen. Der Betriebsrat wollte dies nicht
hinnehmen und hat es sich zum Ziel gesetzt, diese Arbeitsplätze langfristig zu erhalten.

Projekt

Um die Arbeitsplätze langfristig erhalten zu können, musste das Unternehmen davon überzeugt werden, dem Werk, dessen Schließung bereits beschlossen war, eine Zukunft zu geben und es für die Transformation der Branche zu rüsten. Ein ambitioniertes Ziel, das der Betriebsrat – unterstützt durch die IG Metall – erreichte, indem er die gesamte Klaviatur der Mitbestimmung spielte. Besonders hervorzuheben ist das beteiligungsorientierte Vorgehen des Betriebsrats. Er band die Kolleginnen und Kollegen frühzeitig in den Prozess ein, informierte sie in jeder Phase über neue Stände und stimmte alle Entscheidungen mit ihnen ab. Gemeinsam entschloss sich die Belegschaft dazu, den Kampf um die eigenen Arbeitsplätze stufenweise zu eskalieren. Warnstreiks und mehrtägige Betriebsversammlungen führten sogar zu Bandabrissen in der Fahrzeugindustrie. Dies sorgte für große öffentliche Aufmerksamkeit, die der Betriebsrat mit geschickter Pressearbeit zu nutzen wusste. Es wurde jedoch nicht nur Druck auf den Arbeitgeber aufgebaut, sondern auch inhaltlich geschickt, konstruktiv und schlussendlich sehr erfolgreich verhandelt. Nach fast sieben anstrengenden Jahren haben sich die Mühen gelohnt, denn der ausgehandelte Zukunfts- und Sozialvertrag sichert den Betrieb am Standort Scheuerfeld bis zum Jahr 2029, das Werk soll zukunftsfest auf die Transformation der Branche vorbereitet werden und die Beschäftigten profitieren von umfangreichen Qualifizierungsmaßnahmen und noch mehr Mitbestimmung.

Vorgehensweise

Mobilisierung, Information und Abstimmung von Entscheidungen mit
den Beschäftigten
Einbeziehung der IG Metall
Sensibilisierung der Öffentlichkeit und der Politik durch Warnstreiks
langwierige Verhandlungen konsequent geführt
kontinuierliche Pressearbeit über den gesamten Zeitraum der Verhandlungen

„Die Ausdauer, mit der sich Betriebsrat und Beschäftigte für den Erhalt der Arbeitsplätze engagiert haben, ist beeindruckend. In einer schwierigen und komplexen Situation ist es gelungen, die richtige Mischung aus Arbeitskampfmaßnahmen, wirksamer Öffentlichkeitsarbeit und konstruktiven Vorschlägen zu finden. So wurde ein Ergebnis erarbeitet, von dem am Ende alle Beteiligten profitieren. Ein gutes Beispiel dafür, wie mit Beschäftigungsgarantien und Qualifizierungsmaßnahmen dringend notwendige Transformationsprozesse in der Fahrzeugindustrie erfolgreich angeschoben werden können.“

 

Katha Jansen

Wirtschaftsjournalistin


Nach oben

Logo DGB Jugend
DGB
Logo DGB Beamte
DGB
Logo DGB Frauen
DGB

Direkt zu ihrer Gewerkschaft