Deutscher Gewerkschaftsbund

17.04.2024

Betriebsrat der Terex Cranes Germany GmbH, Zweibrücken Standortsicherung

Ausgangssituation


Ankündigung eines Personalabbaus von ca. 30 % und die Auslagerung von Produktionsschritten bzw. auch Werksschließungen von Seiten der Geschäftsführung. Der Betriebsrat hatte von Anfang an den Anspruch, eine Beschäftigungssicherung für alle Beschäftigten zu erzielen und gleichzeitig klare Regeln für die Fremdvergabe oder Eigenfertigung (Make-or-Buy) festzuschreiben.

Projekt

In enger Zusammenarbeit von Betriebsrat und zuständiger Gewerkschaft wurde
ein Zukunftssicherungstarifvertrag als das richtige Mittel zu Erreichung dieser Ziele identifiziert. Durch die Unterstützung der IG Metall, unter Einbeziehung einer arbeitnehmernahen Beratung, erreichte der Betriebsrat durch sein Engagement über übliche Instrumente der Mitbestimmung hinaus, dass betriebsbedingte Kündigungen bis 2022 für einen Standort ausgeschlossen sind. Da die Schließung eines Standortes nicht verhindert werden konnte, wurde zumindest erreicht, dass ein Großteil der Beschäftigten an einem anderen Standort weiterbeschäftigt werden konnte. Außerdem ist vereinbart worden, eine „Make-or-Buy“- Betriebsvereinbarung zu verhandeln. Um den Standort zusätzlich zukunftsfest zu machen, ist gleichzeitig eine Steigerung der Ausbildungsquote vereinbart worden.

Vorgehensweise

Der Betriebsrat hat sich eng mit der zuständigen Mitgliedsgewerkschaft abgestimmt.
Es wurde eine arbeitnehmernahe Beratung hinzugezogen.
Es wurden konsequent langwierige Verhandlungen geführt.
Am Ende wurde ein tragfähiges Vertragskonstrukt entwickelt, das als Tarifvertrag zum Abschluss kam.
Über den gesamten Zeitraum hat der Betriebsrat intensive Koordinations- und Kommunikationsaufgaben übernommen.

„Die Standortsicherungsvereinbarungen, die die Betriebsräte der John Deere GmbH und der Terex Cranes Germany GmbH erzielt haben, zeigen, wozu eine offensive Mitbestimmung in der Lage ist - auch in schwierigen Zeiten. Hier haben die Betriebsräte mit ihrem Engagement, ihrer Kreativität und ihrer Hartnäckigkeit erreicht, dass aus einer geplanten Umstrukturierung mit drohenden Entlassungen eine Standortsicherung ohne Kündigungen und mit einer Zukunftsperspektive für die Standorte wurde. So tragen Betriebsräte dazu bei, dass gute Arbeitsplätze in Rheinland-Pfalz erhalten bleiben.“


Sabine Bätzing-Lichtenthäler
Ministerin für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie des Landes Rheinland-Pfalz


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