Deutscher Gewerkschaftsbund

26.07.2023
Das Fachkräfte ABC des DGB Rheinland-Pfalz / Saarland

I - von Integration bis Interkulturelle Begleitung

Inhaltsverzeichnis

Integration

Die Ausweitung der Personalsuche auf internationale Fachkräfte bietet die Möglichkeit, offene Stellen auch langfristig mit qualifizierten Mitarbeitenden besetzen zu können. Dies schafft auch Entlastung für Belegschaften, die aufgrund unbesetzter Stellen mehr arbeiten müssen.

Um internationale Fachkräfte erfolgreich zu integrieren und langfristig zu binden, bedarf es geeigneter Rahmenbedingungen und Maßnahmen. Diese entstehen durch die Schaffung eines Bewusstseins für die personale Vielfalt im Unternehmen und deren Wertschätzung. Mitarbeitende werden unabhängig von ihren Persönlichkeitsmerkmalen, Lebensentwürfen und -stilen wahrgenommen und anerkannt. Ihre Unterschiede und Gemeinsamkeiten und die damit einhergehenden unterschiedlichen Fähigkeiten und Stärken werden als Ressourcen gesehen, die den Unternehmenserfolg maßgeblich beeinflussen. Dies führt zu einer vielfaltsbewussten Unternehmenskultur, die inklusiv und diskriminierungskritisch ausgerichtet ist und auch den bisher schon Beschäftigten zu Gute kommt.

Die Ende 2018 verabschiedete „Fachkräftestrategie“ der Bundesregierung zielt auf die Erschließung und Erweiterung der inländischen, europäischen und explizit auch außereuropäischen Fachkräftepotenziale. In den Jahren zuvor kamen verstärkt EU-Staatsbürger*innen als Arbeits- und Fachkräfte nach Deutschland. Zeitgleich mit dieser wurde deshalb das Fachkräfteeinwanderungsgesetz (FEG) beschlossen, das am 1. März 2020 in Kraft getreten ist. Es regelt die Rahmenbedingungen für die Aufnahme einer Beschäftigung oder Ausbildung von Drittstaatsangehörigen in Deutschland.

Internationale Fachkräfte, die eine Arbeitsstelle in Deutschland neu antreten, stehen vor zahlreichen Herausforderungen. Neben der Einarbeitung in das neue Arbeitsumfeld gehören dazu beispielsweise der Erwerb berufsbezogener Sprachkenntnisse und das soziale Einleben am neuen Wohnort.

Die erfolgreiche Integration internationaler Mitarbeitender in ein Unternehmen geht alle an. Führungskräfte und Mitarbeitende sind gefragt, wenn es darum geht, die neuen Kolleg*innen einzuarbeiten, Arbeitsabläufe und -prozesse zu vermitteln und sie mit den Spielregeln der Zusammenarbeit vertraut zu machen. Entscheidend für den Erfolg ist deshalb, die Ressourcen und Bedarfe der neuen Fachkräfte mit denen des Unternehmens abzugleichen und eine konkrete Strategie für die Erstintegration zu entwickeln. Eine gelebte Willkommenskultur motiviert alle neuen Mitarbeitenden. Für internationale Fachkräfte aber ist sie noch wichtiger, um gut in ihrem neuen Arbeitsumfeld anzukommen.

Um die Zufriedenheit der Mitarbeitenden und damit ihre Bindung an das Unternehmen langfristig zu sichern, stehen eine Reihe an Instrumenten zur Verfügung. Besonders relevant dabei sind:

·         Unternehmenskultur

Eine Unternehmenskultur, die Vielfalt wertschätzt und nutzt, führt zu einem guten Betriebsklima, das sich durch Vertrauen, Offenheit und Transparenz auszeichnet.

Arbeit und Leben bietet im Rahmen des geförderten Projektes „IQ OnBoard Rheinland-Pfalz“ im IQ Regionalen Integrationsnetzwerk RLP  Beratung und Unterstützung für Führungskräfte und Beschäftigten bei allen Themen der betrieblichen Integration neuer internationaler Kolleg*innen und des multikulturellen Teams.

https://www.arbeit-und-leben.de/projekte/iq-on-board-rheinland-pfalz

·         Kommunikation und informelle Begegnungen

Zur Stärkung des Gemeinschaftsgefühls und des Beziehungsnetzwerkes sind informelle Begegnungen unerlässlich. Hier können sich Mitarbeitende jenseits der Arbeit auch persönlich besser kennenlernen und sich untereinander austauschen. Dazu gehören gemeinsame Pausen oder ein zentraler Ort zum Mittagessen. Gemeinsame Feste und Ausflüge sorgen für ein Gemeinschaftsgefühl und tragen zur schnelleren sozialen Integration internationaler Fachkräfte bei.

·         Führung

Die Verantwortung von Führungskräften liegt u.a. darin, die Unternehmensziele einerseits und die Bedarfe und Interessen der Mitarbeitenden andererseits in Übereinstimmung zu bringen. Insofern haben sie eine Schlüsselrolle bei der Ausgestaltung der Unternehmenskultur. Je besser die Führung, umso mehr steigt die Zufriedenheit der Mitarbeitenden und damit die Bereitschaft, langfristig im Unternehmen zu bleiben.

·         Weiterbildung und Karriere

Die Anerkennung ausländischer Berufsqualifikationen ist ein erster wichtiger Schritt für die Bindung internationaler Fachkräfte. Interessierten Unternehmen bietet das IQ Regionales Integrationsnetzwerk Unterstützung: Zahlreiche IQ Beratungsstellen bieten  Menschen mit ausländischen Berufsqualifikationen Unterstützung bei den Anerkennungsverfahren und beraten sie zu passenden Anpassungsqualifizierungen bzw. Ausgleichsmaßnahmen.

Um den internationalen Fachkräften das Ankommen in ihrer neuen Heimat zu erleichtern, sollte es Unterstützung im Umgang mit Behörden, Krankenversicherung, Banken, des Wohnraums, Kita- und Schulplätze für Kinder, etc.. geben, z. B. durch Integrationslotsen.

Nicht zuletzt sind wir alle gefragt und gefordert, Fachkräfte und ihre Familien in unsere Gesellschaft zu integrieren und vor ausländerfeindlicher Hetze und Rassismus zu schützen – in Betrieben, auf dem Wohnungsmarkt, in Schulen, in Ausländerbehörden und Stadtverwaltungen und überall im alltäglichen Leben.

 

Mehr Infos:

https://www.bertelsmann-stiftung.de/de/publikationen/publikation/did/fachkraeftezuwanderung-aus-drittstaaten-nach-deutschland-2018

https://www.boeckler.de/de/magazin-mitbestimmung-2744-vorurteile-sterben-langsam-46862.htm

 

 

 

 

Interkulturelle Begleitung


Nach oben

Logo DGB Jugend
DGB
Logo DGB Beamte
DGB
Logo DGB Frauen
DGB

Direkt zu ihrer Gewerkschaft