Deutscher Gewerkschaftsbund

26.07.2023
Das Fachkräfte ABC des DGB Rheinland-Pfalz / Saarland

Q von Qualifizierung bis Qualität der Ausbildung

Inhaltsverzeichnis

Qualifizierung und neue Berufswege

Qualifizierung

DGB RLPS

Qualifizierung

DGB RLPS

Wer Transformation sagt, muss Qualifizierung wollen

 

Wer Transformation sagt, muss auch Qualifizierung sagen.

Bei der Transformation fallen uns in der Regel sofort die drei großen D ein: Digitalisierung, Dekarbonisierung und der demografische Wandel.

Klar ist: Digitale Veränderungsprozesse verändern wie wir arbeiten. Das ist längst im vollen Gange und wird sicherlich mit Blick auf die Entwicklungen bei „Künstlicher Intelligenz“ noch verstärkt werden.

Auch das Thema Dekarbonisierung ist längst im betrieblichen Alltag angekommen. Schadstoffarm zu produzieren ist nicht nur en vogue, sondern notwendig. Viele Betriebe haben das längst begriffen und stellen die entsprechen Produktionsprozesse, -anlagen, Produkte und Materialien um.

Das bedeutet natürlich auch, dass sich die Anforderungen an das Know How der Beschäftigten verändert und dass es manche Arbeitsplätze so nicht mehr geben wird wie bisher. Neue Jobs entstehen, neue berufliche Qualifizierungen müssen her oder vorhandenes Know How muss angepasst werden. Ohne Qualifizierung, nicht nur in Schule, Ausbildung oder Studium, sondern auch betriebliche Qualifizierung parallel zum Job sind das Gebot der Stunde.

Der demografische Wandel wirkt hierauf ebenfalls ein. Geburtenstarke Jahrgänge treten aktuell vermehrt in den Ruhestand bzw. die passive Phase der Altersteilzeit ein, ohne dass quantitativ genügend Fachkräfte nachkommen. Damit fehlen nicht nur Fachkräfte sondern auch Know How auf dem Arbeitsmarkt, das gebraucht wird. Die Strategie so mancher Arbeitgeber, wenn wir Know How brauchen, finden wir das schon irgendwie auf dem Arbeitsmarkt, geht daher so nicht mehr auf.

Ohne betriebliche Qualifizierung und gute Ausbildung wird es nicht funktionieren das Know How zu erhalten bzw. zu schaffen, das gebraucht wird, um Transformationsprozessen zu begegnen.

Bestehende Geschäftsmodelle, Strukturen und Prozesse von Unternehmen werden hierdurch aktuell in Frage gestellt, wobei die langfristigen Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt in Rheinland-Pfalz noch nicht in Gänze abgeschätzt werden können.

Es ist offensichtlich, dass die Transformation viele Arbeitsplätze verändern oder gar gefährden wird. In wirtschaftlichen Szenarioanalysen werden in diesem Zusammengang sowohl ein deutlicher Trend zur Höherqualifizierung als auch starke Änderungen im mittleren Qualifikationsbereich erwartet.

Diese Szenarien sind keine Zukunftsmusik mehr. Sie sind jetzt Realität. Jetzt müssen die Weichen gestellt werden, Transformation durch Qualifizierung zu gestalten. Beschäftigte, Arbeitgeber, Betriebsräte und Tarifpartner müssen daher Hand in Hand arbeiten: Alle stehen in der Verantwortung zu handeln.

Beschäftigte müssen bereit sein, sich stetig weiterzuentwickeln. Arbeitgeber müssen hierzu aber auch die Möglichkeiten und Chancen bieten.

Eine qualifizierte betriebliche Analyse, in denen Qualifizierungsbedarfe und Personalentwicklung im Kontext der Transformation erörtert wird, ist dabei der erste richtige Schritt.

Die TBS gGmbH Rheinland-Pfalz hat sich darauf spezialisiert die betriebliche Qualifizierung anzustoßen und zu begleiten. Sie berät arbeitnehmerorientiert zu allen Fragen betrieblicher Qualifizierung und Weiterbildung.  Die Analyse des Qualifizierungsbedarfs und daraus resultierend die Darstellung geeigneter Qualifizierungs- und Weiterbil-dungselemente erarbeitet die TBS dabei gemeinsam mit allen relevanten Akteuren im Betrieb: Betriebsrat, Arbeitgeber, Beschäftigte, Führungskräfte etc.

Weiterhin verfüget die TBS über einen umfassenden Überblick über staatliche Fördermöglichkeiten – sowohl auf Landes- als auch auf Bundesebene –, die genau solche Qualifizierungsmaßnahmen fördern oder sogar umfänglich finanzieren.  Denn am Geld muss Qualifizierung nicht scheitern. Neben der inhaltlichen Aufbereitung geeigneter Maßnahmen, bietet die TBS daher auch an, die passende Finanzierung für die betrieblichen Weiterbildungen aufzuzeigen.

Auch bietet die TBS an, passende Schulungsmodule und oder Schulungsträger für vorhandene Qualifizierungsbedarfe im Unternehmen zu recherchieren.

Unser Ziel ist dadurch letztlich die Sicherung der Beschäftigung durch Qualifizierung.

 

Qualität der Ausbildung

Qualität der Ausbildung

DGB RLPS

Qualität der Ausbildung

DGB RLPS

Ausbildungsgarantie – Ohne Wenn und Aber

die Bundesregierung hat mit dem Gesetzes zur „Stärkung der Aus- und Weiterbildungsförderung“ den Weg für eine gesetzliche Ausbildungsgarantie frei gemacht. Das ist ein wichtiger Schritt in doppelter Hinsicht: Einerseits für viele junge Menschen, die aktuell auf dem Ausbildungsmarkt leer ausgehen. Ihnen wird endlich eine Perspektive auf einen vollqualifizierenden Berufsabschluss geschaffen. Andererseits kann die gesetzliche Ausbildungsgarantie ein starker Hebel gegen den drohenden Fachkräftemangel werden und erheblich dazu beitragen, die Herausforderungen der Transformation unserer Wirtschaft zu meistern.

Gleichzeitig macht uns jedoch die regionale Beschränkung des gesetzlichen Anspruchs auf unterversorgte Regionen Sorgen: Denn auch in Regionen, die nicht als unterversorgt gelten, finden junge Menschen keinen Ausbildungsplatz. Ein Überangebot an Ausbildungsplätzen heißt nicht, dass insbesondere Menschen ohne Schulabschluss oder mit Hauptschulabschluss einen Ausbildungsplatz bekommen. Die Indikatoren müssen so ausgestaltet werden, dass niemand aufgrund des eigenen Wohnorts durch das neugespannte Auffangnetz fällt. Denn ein Auffangnetz, wie es die außerbetriebliche Ausbildung für diejenigen ohne betrieblichen Ausbildungsplatz sein kann, darf nicht löchrig sein. Die Maschen müssen so eng gestrickt sein, dass niemand hindurch fällt – ohne Wenn und Aber!

Doch nicht nur das: Eine echte Ausbildungsgarantie muss die Ausbildung vor allem auch dort stärken, wo sie hingehört: im Betrieb. Hier findet sich aktuell die größte Leerstelle im Gesetzentwurf zur Ausbildungsgarantie. Der Bundestag muss hier dafür sorgen, dass die Bundesregierung nicht hinter die Verabredungen im Koalitionsvertrags zurückfällt. Dort ist u.a. eine Stärkung der Verbundausbildung vorgesehen und es werden tarifvertraglich vereinbarte Ausgleichsfonds als wichtige Impulse begrüßt, um wieder mehr betriebliche Ausbildungsplätze zu schaffen. Der Gesetzgeber sollte sie entsprechend anreizen und fördern. Das geeignetste Mittel, um die betriebliche Ausbildung zu stärken, bleibt jedoch ein Zukunftsfonds. Aus diesem werden die Kosten der Ausbildung solidarisch von allen Unternehmen finanziert.

 

Mehr Infos:

https://www.bremen-innovativ.de/wp-content/uploads/2022/06/2022-06-08-Abschlussbericht-Expertenkommission-Ausbildungsfoerderungsfonds.pdf

 


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