Deutscher Gewerkschaftsbund

08.05.2017

Frühlingsempfang

„Digitalisierung 4.0 – Wo bleibt der Mensch?“ Unter diesen provokanten Titel hatte Dr. Matthias Hoffmann von der saarländischen Technologieberatungsstelle BEST e.V. seinen Vortrag beim Früh-lingsempfang des DGB-Kreisverbandes Merzig/Wadern im Bürgerhaus Mitlosheim gestellt. Bereits heute spiele sich unser Alltag „auf hohem technischen Niveau – auf dem Niveau einer Digitalisierung“ ab, stellte er gleich zu Anfang fest. Es habe zwar seit der Industrialisierung immer wieder Neuerungen gegeben, doch seien „die Veränderungen, die aktuell stattfinden, etwas größer als früher“. Der studierte Soziologe wies darauf hin, dass man den Menschen bei dieser technologischen Entwicklung „nicht vernachlässigen“ dürfe – „sonst geht er zu Grunde“. Mit 1.439 Milliarden US-Dollar Umsatz im Jahr 2015 seien „die 4 Großen“, nämlich google, apple, facebook und amazon, die großen Treiber einer zunehmenden Digitalisierung in allen Bereichen unseres Lebens und auch des Berufslebens. Unternehmen wie der Amazon-Konzern, welcher seine Beschäftigten an der „ganz kurzen Gängelleine führe, um sie zu kontrollieren, seien aber auch die Negativbeispiele, Beispiele für eine permanente Kontrolle und Überwachung von ArbeitnehmerInnen, die gegenüber ihrem Arbeitgeber „völlig gläsern“ dastünden.
Trotz aller Warnungen vor allzu freizügigem Umgang mit Daten machte Hoffmann auch Mut: „Es ist noch nicht vorbei. Der Wandel ist noch gestaltbar.“ Noch gebe es Zeit, damit Gewerkschaften und Betriebsräte dafür sorgen könnten, dass „der Mensch nicht verloren geht“, wie Matthias Hoffmann es alarmistisch formulierte. So sei das „Home Office“ keinesfalls ein Allheilmittel, sondern müsse klar definiert sein, sowohl örtlich als auch zeitlich.
„Eine Trennung zwischen Privatem und Beruflichem ist wichtig für unser Wohlempfinden“, fasste Hoffmann das Ergebnis seiner Untersuchungen zusammen. Über den Einsatz der bewährten Mitbestimmung und ihrer Gremien müssten Arbeits-, Gesundheits- und Datenschutz geregelt wer-den. Gerade auf Betriebsräte komme hier neue Arbeit zu, zumal sie Gefahr liefen, zwischen dem Arbeitgeber und den Beschäftigten aufgerieben zu werden. Eine neue Situation, der sich die Gewerkschaften bereits stellten.

Frühlingsempfang

DGB/Schulz

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