Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 065 - 23.08.2017

Dietmar Muscheid: Eine Aufweichung des Arbeitszeitgesetzes lehnen wir ab!

Nach den Vorstellungen des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (DEHOGA) sollen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer künftig 13 Stunden täglich an bis zu sechs Tagen in der Woche arbeiten dürfen. Die Gewerkschaft für Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) warnt aktuell vor einer Aufweichung des Arbeitszeitgesetzes. Dietmar Muscheid, Vorsitzender des DGB Rheinland-Pfalz / Saarland, schließt sich dieser Warnung an:

 

„Die Forderung, das aktuelle Arbeitszeitgesetz weiter aufzuweichen, lehnen wir mit aller Entschiedenheit ab. Stattdessen wäre es wünschenswert die bestehenden Regelungen zur Arbeitszeit würden – besonders im Gaststätten- und Baugewerbe – stärker kontrolliert und auch wirklich durchgesetzt. Es kann nicht sein, dass die Gesundheit der Beschäftigten dem Wunsch der Unternehmen nach immer mehr Flexibilität untergeordnet werden soll. Die Betriebe haben bereits große Freiheiten, wenn es darum geht die Beschäftigten so einzusetzen, wie sie benötigt werden. Das beweisen die Millionen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die regelmäßig nachts, an Feiertagen und am Wochenende arbeiten.“

 

Dietmar Muscheid verweist darauf, dass die tatsächliche Debatte um die Ausgestaltung der Arbeitszeit in eine ganz andere Richtung verläuft:

 

„Es gibt ein breites gesellschaftliches Bedürfnis nach einer lebenszeitorientierten Gestaltung der Arbeitszeit. Augenscheinlich ist die aktuelle Debatte um die Arbeitszeitsouveränität noch nicht im Deutschen Hotel- und Gaststättenverband angekommen. Das ist schade, denn mit schlechter Bezahlung und schlechten Arbeitszeiten wird die Branche ihr Fachkräfteproblem sicher nicht lösen können. Zeitlich befristete Arbeitsreduzierung, Rückkehrrecht auf Vollzeit – die Flexibilisierung der Arbeitszeit muss auch die Interesse der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer berücksichtigen.“


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