Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 72 - 14.09.2017

Neue Studie belegt hohe Mietbelastungen

DGB fordert Sofortprogramm für sozialen Wohnungsbau

In deutschen Großstädten leiden viele Menschen unter einer kaum noch tragbaren Belastung durch hohe Mieten. Das ist das Ergebnis eines von der Hans-Böckler-Stiftung geförderten Forschungsprojekts der HU Berlin in Kooperation mit der Uni Frankfurt. Rund vier von zehn Haushalte in Deutschlands Großstädten müssen demnach mehr als 30 Prozent ihres Nettoeinkommens allein für ihre Miete (bruttokalt) ausgeben.

 

Von den insgesamt 77 untersuchten Großstädten liegen vier in Rheinland-Pfalz. Eine Mietbelastungsquote höher als 30 Prozent haben in Mainz 44,2 Prozent aller Haushalte, in Ludwigshafen 38,2 Prozent, in Trier 37,2 Prozent und in Koblenz 33,2 Prozent aller Haushalte.

 

Dazu sagt Dietmar Muscheid, Vorsitzender des DGB Rheinland-Pfalz / Saarland: "Eine Wende in der Wohnungspolitik ist überfällig. Wir brauchen ein Sofortprogramm für mehr bezahlbaren Mietwohnungsbau. Die zu fördern, die sich Eigentum leisten können, reicht bei weitem nicht. Die Mietpreisbremse muss zugunsten der Mieter verschärft werden. Es reicht nicht, den Preis zu deckeln: Wer eine Wohnung mieten will, braucht einen Rechtsanspruch auf Auskunft über die für diese Wohnung zuvor gezahlte Miete. Die Mietpreisbremse kann nur wirken, wenn Verstöße der Vermieter auch geahndet werden können – in das Gesetz müssen Sanktionsmöglichkeiten rein.“
 

Bei Sozialwissenschaftlern wie bei Immobilienexperten gilt eine Mietbelastungsquote oberhalb von 30 Prozent des Haushaltseinkommens als problematisch, weil dann nur relativ wenig Geld zur sonstigen Lebensführung verfügbar bleibt, insbesondere bei Menschen mit kleineren Einkommen.

 

Hinweis: Die Bruttokaltmiete setzt sich zusammen aus der Grundmiete und den Nebenkosten, jedoch ohne Heiz- und Warmwasserkosten.

 

Die Studie finden Sie hier: https://www.boeckler.de/cps/rde/xchg/hbs/hs.xsl/106575_110740.htm

 

Zum Sofortprogramm – das fordert der DGB für bezahlbaren Mietwohnungsbau: https://www.dgb.de/-/n0V

 


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