Deutscher Gewerkschaftsbund

PM DGB-RLP - 01.02.2017

Neue Chancen schaffen am Ausbildungsmarkt!

Ausbildung

Die Chancen für viele junge Menschen auf dem Ausbildungsmarkt haben sich im Vergleich zu den Vorjahren in Rheinland-Pfalz verbessert. Im Ausbildungsjahr 2015/2016 waren rund 27.500 Ausbildungsstellen bei den Agenturen für Arbeit und Jobcentern gemeldet. Das waren 1.700 oder 6,4 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Aber es bleibt viel zu tun, denn nicht allen jungen Frauen und Männern gelingt der Einstieg in eine Berufsausbildung. Genau das wäre jedoch die Grundlage für eine erfolgreiche Zukunft. Gerade junge Menschen ohne berufliche Ausbildung haben schlechtere Chancen auf dem Arbeitsmarkt – das trifft auf rund 17 Prozent der unter 30-Jährigen im Land zu, was mehr als 70.000 junge Frauen und Männer in Rheinland-Pfalz betrifft.

Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz informierten Heidrun Schulz, Vorsitzende der Geschäftsführung der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland der Bundesagentur für Arbeit, und Dietmar Muscheid, DGB-Vorsitzender Rheinland-Pfalz / Saarland, über Maßnahmen und Bedarfe zur Förderung junger Menschen in Rheinland-Pfalz. „Es ist wichtig, dass wir ehrlich über das Problem der jungen Menschen ohne Berufsausbildung sprechen und dann auch etwas verändern. In Rheinland-Pfalz sind wir – etwa mit dem ovalen Tisch für Ausbildung und Fachkräftesicherung – auf einem guten, gemeinschaftlichen Weg. Was uns weiter umtreibt, sind die vielen jungen Menschen ohne Berufsabschluss“, so Dietmar Muscheid.

„Junge Menschen stehen am Anfang ihres beruflichen Lebensweges. Einige von ihnen benötigen Unterstützung beim Übergang in die Ausbildung. Die Agenturen für Arbeit und die Jobcenter halten hier ein breit gefächertes Portfolio bereit, um hier zu helfen. Die Assistierte Ausbildung, Einstiegsqualifizierung oder die ausbildungsbegleitenden Hilfen sind einige der Möglichkeiten, die wir anbieten können“, so Heidrun Schulz, Chefin der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland der Bundesagentur für Arbeit. „Im letzten Jahr konnten 1.780 Ausbildungsstellen nicht besetzt werden. Sie könnten gut zur zukünftigen Fachkräftesicherung beitragen, wenn es noch besser gelänge, grundsätzlich interessierte Bewerberinnen und Bewerber für diese Stellen zu gewinnen.“

Ziel der Assistierten Ausbildung ist es, Jugendliche und Betriebe bereits vor Beginn der Ausbildung zu unterstützen und dann während der gesamten Ausbildungszeit zu begleiten. Gleichzeitig kann der Betrieb organisatorische und administrative Unterstützung bei der Ausbildung benachteiligter Jugendlicher erhalten. Mit der Assistierten Ausbildung werden benachteiligte junge Menschen intensiv und umfassend begleitet. Die Jugendlichen und die Betriebe werden vor und während der betrieblichen Berufsausbildung individuell durch einen Ausbildungsbegleiter betreut. Gezielte und kontinuierliche Unterstützung sowie eine Stabilisierung des Ausbildungsverhältnisses werden durch Sozialpädagogen und Lehrkräfte ermöglicht. 

Hilfen für die Auszubildenden können beispielsweise Krisenintervention, Konfliktbewältigung, Alltags-hilfen, Sprachförderung, Stütz- und Förderunterricht sowie Prüfungsvorbereitung sein. Die Unterstützung wird individuell auf die Bedürfnisse des Betriebes und des Jugendlichen abgestimmt.

Die Betriebe müssten sich diesen guten Ansätzen aus Sicht des DGB deutlich mehr öffnen, fordert Muscheid. Wer gut ausbildet, in Qualifizierung investiert und die jungen Menschen an den eigenen Betrieb bindet, der muss sich keine Sorgen um den Fachkräftenachwuchs machen. Muscheid:

„Man muss jungen Menschen die Chance auf eine gute Ausbildung geben – und wenn es beim ersten Mal nicht klappt, auch eine zweite und dritte Chance. Werkzeuge wie die assistierte Ausbildung sind hier der absolut richtige Ansatz. Wie erfolgreich diese gute Idee werden kann, liegt aber zu großen Teilen in der Verantwortung der Betriebe. Man muss Angebote schaffen, die Nachfrage ist da! Unabhängig von allen Bemühungen bleibt festzuhalten, dass nur jeder vierte Betrieb in Rheinland-Pfalz ausbildet, da muss sich was bewegen.“

„Im Jahr 2017 können rund 640 Jugendliche von der Assistierten Ausbildung profitieren. Die Assistierte Ausbildung ist kein Sonderweg, sondern eine ganz normale betriebliche Ausbildung. Für die Auszubildenden ist es wichtig, die Berufsausbildung erfolgreich abzuschließen. Schließlich ist eine abgeschlossene Berufsausbildung der Einstieg in eine qualifizierte und gut entlohnte Beschäftigung“, sagt Heidrun Schulz.


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