Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 41 - 11.09.2018

DGB besorgt über starkes Wachstum der Leiharbeit in Rheinland-Pfalz

 

Wie die dpa gestern berichtet hat, ist die Zahl der Leiharbeiterinnen und Leiharbeiter in den vergangenen zehn Jahren bundesweit um 43 Prozent gestiegen. Quelle dafür ist eine kleine Anfrage der Bundestagsfraktion der Partei DIE LINKE an die Bundesregierung. Die Antwort der Bundesregierung weist auch Zahlen zur Entwicklung der Leiharbeit in Rheinland-Pfalz aus, die einen deutlich größeren Anstieg zeigen. Dort heißt es, dass in Rheinland-Pfalz im Dezember 2007 noch 26.073 und im Dezember 2017 bereits 42.881 Menschen in der Leiharbeit beschäftigt waren. Das entspricht einem Anstieg von 65 Prozent gegenüber dem Wert von 2007. Gleichzeitig ist die Zahl der Beschäftigten insgesamt seit 2007 nur um 16,7 Prozent gestiegen, was den überproportionalen Anstieg der Leiharbeit verdeutlicht. Dazu sagt Dietmar Muscheid, Vorsitzender des DGB Rheinland-Pfalz / Saarland:

 

„Das ist eine Entwicklung, die wir mit großer Sorge beobachten. Viel zu selten ist die Leiharbeit ein Sprungbrett in eine Festanstellung, viel zu häufig führt sie die Beschäftigten dagegen in einen Teufelskreis prekärer Beschäftigungsverhältnisse und gebrochener Erwerbsbiografien. Zudem verdienen Leiharbeiter häufig sehr viel weniger als ihre festangestellten Kolleginnen und Kollegen und oftmals sind sie in den Betrieben nur Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zweiter oder sogar dritter Klasse.“

 

Hintergrundinformation

Die Methode zur statistischen Erfassung der Leiharbeiterinnen und Leiharbeiter hat sich beginnend mit dem Berichtsjahr 2013 verändert, weshalb ein direkter Vergleich der Zahlen vor 2013 mit denen danach nur eingeschränkt möglich ist. Dennoch zeigen sie eine eindeutige Entwicklung, die auch durch das Datenmaterial seit 2013 eindeutig belegbar ist. Denn auch im Zeitraum Dezember 2013 bis Dezember 2017 ist in Rheinland-Pfalz die Zahl der Beschäftigten in der Leiharbeit von 36.158 auf 42.881 gestiegen. Das entspricht einem Anstieg von 19 Prozent seit 2013. Die Zahl aller Beschäftigten ist im gleichen Zeitraum nur um 7 % angestiegen.

 


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