Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 046 - 15.10.2018

Muscheid: Arbeitszeiten müssen zum Leben passen!

Heute findet im Ausschuss für Arbeit und Soziales eine öffentliche Anhörung zur geplanten Brückenteilzeit statt. Damit soll die Teilzeitfalle entschärft werden. Dietmar Muscheid, Vorsitzender des DGB Rheinland-Pfalz / Saarland, begrüßt den Entwurf – und fordert deutliche Nachbesserungen:

 

„Der Rechtsanspruch auf befristete Teilzeit ist überfällig. Nach dem Scheitern in der letzten Legislaturperiode muss der Rechtsanspruch auf befristete Teilzeit, die sogenannte Brückenteilzeit, jetzt zügig eingeführt werden. So würde vielen Frauen ein Weg aus der Teilzeitfalle eröffnet. Und Männer, die sich nicht auf den Familienernährer reduzieren lassen wollen, müssten bei einer Arbeitszeitreduzierung nicht länger fürchten, in dieser Falle steckenzubleiben.

 

Es bleibt allerdings unbefriedigend, dass nur Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Unternehmen mit mehr als 45 Beschäftigten die befristete Teilzeit in Anspruch nehmen können. Für Betriebe zwischen 46 und 200 Beschäftigten soll das Gesetz nur eingeschränkt gelten: Nur einer oder einem von 15 Beschäftigten muss der Arbeitgeber die Brückenteilzeit gewähren. Der Gesetzentwurf bleibt damit hinter unseren Anforderungen zurück.

 

Der Deutsche Gewerkschaftsbund und seine Mitgliedsgewerkschaften wollen mehr: ein Recht auf befristete Teilzeit für alle, bessere Bedingungen für die Aufstockung der Arbeitszeiten und mehr Mitsprache bei der Arbeitszeitgestaltung. Auch Unternehmen und Betriebe müssen sich bewegen und ihren hartnäckigen Widerstand gegen die Weiterentwicklung des Teilzeitrechts endlich aufgeben. Sie würden maßgeblich davon profitieren, dass Frauen ihre Berufstätigkeit planbar und flexibel gestalten können. So bleibt ihr Potenzial den Unternehmen, die es dringend brauchen, erhalten.“


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