Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 085 - 18.12.2017

Studie zeigt: In keiner Region im Land gibt es ausreichend viele Ausbildungsplätze

Wie die dpa unter Berufung auf eine Untersuchung der Bertelsmann Stiftung meldet, ist im Jahr 2016 jeder siebte Bewerber um einen Ausbildungsplatz in Rheinland-Pfalz leer ausgegangen. Rein rechnerisch standen der Untersuchung nach in Rheinland-Pfalz nur 92 Ausbildungsplätze auf 100 Bewerberinnen und Bewerber zur Verfügung, womit das Land bundesweit unter dem Schnitt von 94 Plätzen bleibt. Dazu sagt Dietmar Muscheid, Vorsitzender des DGB Rheinland-Pfalz / Saarland:

                                  

„Die Studie der Bertelsmann Stiftung zeigt, dass es keine einzige Region in Rheinland-Pfalz gibt, in der das Angebot an Ausbildungsplätzen ausreicht. Die Leidtragenden dieser Entwicklung sind vor allem die Hauptschüler, diejenigen, die keinen Schulabschluss haben, aber auch die Jugendlichen ohne deutschen Pass.“

 

Der Mikrozensus des Statistischen Landesamtes aus dem Jahr 2013 hatte ergeben, dass mehr als 73.000 junge Erwachsene im Alter zwischen 20 und 29 Jahren über keinen Berufsabschluss verfügten und sich in keinem Ausbildungsgang befanden.

 

„Es ist seit Langem bekannt, wieviel Potenzial Jahr für Jahr verschwendet wird, aber ein überzeugendes Konzept, mit dem Wirtschaft in Rheinland-Pfalz dies verhindern will, ist mir nicht bekannt. Es ist an der Zeit, dass sich die Unternehmen im Land wieder stärker für Jugendliche mit Hauptschulabschluss öffnen, anstatt sich immer nur über einen vermeintlichen Mangel an Auszubildenden zu beklagen. Das wäre im Interesse der wirtschaftlichen Entwicklung unseres Landes und vor allem auch im Interesse aller Betroffenen, die gerne ins Berufsleben starten wollen, aber keinen Ausbildungsplatz finden. Unter den Hauptschülerinnen und Hauptschülern ist das bundesweit mehr als die Hälfte!“


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