Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 53 - 31.05.2017

Muscheid: „Rente muss den Lebensstandard sichern“

Aktive aus DGB und Gewerkschaften informieren Pendlerinnen und Pendler an bundesweitem Aktionstag

In den Morgenstunden des Mittwochs sind Aktive aus DGB und Gewerkschaften für eine gute Rente früh aufgestanden. An bundesweit rund 300 Orten haben sie Pendlerinnen und Pendler über die aktuelle Rentenpolitik informiert. Auch in Rheinland-Pfalz und dem Saarland warben sie in 14 Städten für einen Kurswechsel in der Rentenpolitik. Dietmar Muscheid suchte vor dem Mainzer Hauptbahnhof das Gespräch mit Bürgerinnen und Bürgern und stellte fest:

„Die Verunsicherung ist groß, wenn es um das Thema Rente geht. Viele Menschen fürchten, für eine auskömmliche Rente länger arbeiten zu müssen oder im Alter gar zu verarmen. Wir wollen, dass sich die Menschen im Land darauf verlassen können, dass die Rente ihren Lebensstandard sichert. Nur dann ist die Rente eine gute Rente. Dazu muss der Rentensinkflug gestoppt werden! Deshalb fordern wir, das Rentenniveau jetzt zu stabilisieren und in einem zweiten Schritt wieder auf etwa 50 Prozent anzuheben. Wir wollen, dass der Schutz der Rentenversicherung auf Selbstständige ausgeweitet und die Erwerbsminderungsrente verbessert wird. Und natürlich wollen wir, dass alle die Chance haben, gesund und aus guter Arbeit in die Rente zu gehen. Deshalb kämpfen wir für eine Absicherung der Übergänge in die Rente.“

Dietmar Muscheid zeigte sich erfreut über die breite Unterstützung:

„Ich freue mich darüber, dass die Gewerkschaften unserem Aufruf mit großer Unterstützung gefolgt sind. Es ist ihrem Engagement und dem Einsatz unserer Aktiven im DGB zu verdanken, dass heute Tausende Pendlerinnen und Pendler im ganzen Land über die notwendigen Kehrtwende in der Rente informiert und für das Thema sensibilisiert wurden.“

Hintergrund:
Um die Beitragssätze niedrig zu halten, hatte der Gesetzgeber Anfang des Jahrtausends entschieden, das Niveau der gesetzlichen Rente kontinuierlich sinken zu lassen. Die Beschäftigten sollten stattdessen privat vorsorgen (Riester-Rente), die Arbeitgeber wurden entlastet. Aber die Erwartungen an die private Altersvorsorge haben sich nicht erfüllt.
Ohne Kurswechsel droht den Beschäftigten sozialer Abstieg im Alter: Sinkt das Rentenniveau weiter von 53 Prozent auf unter 42 Prozent im Jahr 2045, müssen alle für die gleiche Rente wesentlich länger arbeiten – um eine Rente in Höhe der Grundsicherung zu bekommen, sind heute 31 Beitragsjahre notwendig, bei einem durchschnittlichen Einkommen von rund 3.000 Euro. Wer nur 2.000 Euro verdient, muss heute bereits 46 Jahre arbeiten, neun Jahre länger als im Jahr 2000. Der Deutsche Gewerkschaftsbund will das Rentenniveau sofort auf dem heutigen Stand stabilisieren und in einem weiteren Schritt auf etwa 50 Prozent anheben.

 


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