Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 007 - 07.02.2018
Ausbildungsreport 2017

Muscheid: Investitionen nötig, damit duale Ausbildung Erfolgsmodell bleibt

Nur etwa die Hälfte aller Auszubildenden im Land ist mit dem Teil der dualen Ausbildung zufrieden, der in den berufsbildenden Schulen stattfindet. Die Auszubildenden beklagen infrastrukturelle Probleme und eine oftmals mangelhafte Ausstattung, fasst Dietmar Muscheid, Vorsitzender des DGB Rheinland-Pfalz / Saarland, ein zentrales Ergebnis des siebten DGB-Ausbildungsreports zusammen:

 

„Die duale Ausbildung gilt seit Jahrzehnten als deutsches Erfolgsmodell. Mit dem Ziel der Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer Ausbildung und den Herausforderungen der Digitalisierung und der Arbeit 4.0 vor Augen, müssen die Berufsschulen in den kommenden Jahren viel stärker in den bildungspolitischen Fokus gerückt werden. Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, an dem der Staat wieder in die Qualität des schulischen Teils der Ausbildung investieren muss. Bereits heute ist zu beobachten, dass immer mehr junge Menschen ein Studium der Ausbildung vorziehen. Das hat auch mit einem gestiegenen Qualitätsanspruch an die eigene Ausbildung zu tun.“

 

Häufig bemängeln Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber eine fehlende Ausbildungsreife der Auszubildenden. Der DGB-Ausbildungsreport wechselt die Perspektive und nimmt die Ausbildungsreife der Betriebe in den Blick. Dabei fällt auf, dass der Ausbildungsreport seit Jahren immer wieder dieselben Probleme in den Betrieben aufzeigt, kritisiert Leonie Hein, Leiterin der Abteilung Jugend und Bildung beim DGB Rheinland-Pfalz / Saarland:

„Es spricht sich natürlich herum, welcher Betrieb eine gute Ausbildung anbietet. Betriebe, die für attraktive Ausbildungsbedingungen sorgen, haben deshalb in der Regel auch keine Nachwuchsprobleme. Tatsächlich ist jeder vierte Auszubildende mit der betrieblichen Ausbildung unzufrieden. Die Gründe dafür sind zu viele Überstunden, die Übertragung ausbildungsfremder Tätigkeiten und mangelhafte Betreuung durch die Ausbilderinnen und Ausbilder. Seit Jahren benennen wir diese Probleme in unseren Ausbildungsreporten, doch es ändert sich nur wenig. Hier sind die Betriebe gefordert, für bessere Bedingungen zu sorgen. Ganz offensichtlich mangelt es aber auch an der Überwachung der gesetzlichen Vorgaben durch die Kammern. Sie müssen ihrem gesetzlichen Auftrag besser nachkommen.“

 

Für den diesjährigen Ausbildungsreport wurden 1.446 Auszubildende an rund 30 berufsbildenden Schulen in Rheinland-Pfalz zu ihren Erfahrungen befragt. Die repräsentative Studie können Sie hier herunterladen:

 Ausbildungsreport


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