Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 46 - 13.05.2017
DGB-Bezirksfrauenkonferenz

Partnerschaftliche Arbeitszeitverteilung und Überwindung der Entgeltlücke: Gewerkschafterinnen verabschieden „Charta der Gleichstellung“

Bei der 4. Ordentlichen Bezirksfrauenkonferenz am 13. Mai, die unter dem Motto „EIN NETZWERK; DAS BEWEGT.“ stand, haben die 50 Delegierten der Gewerkschaften aus Rheinland-Pfalz und dem Saarland eine „Charta der Gleichstellung“ verabschiedet. „Frauen werden in der Arbeitswelt noch immer benachteiligt, beim Entgelt ebenso wie bei den Karrierechancen. In der Folge sind es insbesondere die Frauen, die im Alter von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht sind. Wir wollen mit unserer Charta ein Zeichen dagegen setzen“, sagte DGB-Bezirksfrauensekretärin Susanne Wagner in Alzey und führte weiter aus: „Es ist unsere Aufgabe als Gewerkschafterinnen, uns für die Gleichberechtigung stark zu machen. Wir sehen in der Gleichstellung von Männern und Frauen ein Grundrecht, das als Voraussetzung für Gerechtigkeit, Fairness und Toleranz in unserer Gesellschaft unerlässlich ist.“

Die Charta umfasst folgende Forderungen:

  • die Stärkung weiblicher Erwerbsbiographien durch partnerschaftlich egalitäre Arbeitszeitverteilung,
  • die Verbesserung der Einkommenschancen von Frauen durch die Überwindung der Entgeltlücke,
  • die soziale Absicherung aller Arbeitsverhältnisse ab der ersten Arbeitsstunde,
  • die Erleichterung des beruflichen Wiedereinstiegs u.a. durch einen Rechtsanspruch auf Qualifizierung während und nach einer fürsorgebedingten Erwerbsunterbrechung,
  • die Stärkung der gesetzlichen Rentenversicherung und Erhöhung des derzeitigen Rentenniveaus auf 50 Prozent,
  • Schaffung zusätzlicher Anreize für eine geschlechtergerechte Inanspruchnahme der Pflegezeit,
  • die Gestaltung des gesamten Einkommensteuer- und Sozialrechts so, dass sich aus den Entscheidungen von Frauen und Männern für Erwerbsunterbrechungen im Lebensverlauf dieselben Folgen ergeben. 

Der DGB Rheinland-Pfalz / Saarland lädt alle vier Jahre die weiblichen Delegierten der Gewerkschaften aus den beiden Bundesländern zur Bezirksfrauenkonferenz ein. Die Beschlüsse, die dort gefasst werden, dienen als Grundlage für die weitere frauenpolitische Arbeit der Gewerkschaften.

„Der DGB steht für ein modernes Frauenbild“, erklärte der DGB-Bezirksvorsitzende Dietmar Muscheid. „Ein Bruch mit veralteten Rollenvorstellungen ist überfällig. Für Frauen und Männer muss heute gleichberechtigt beides möglich sein: ein Beruf mit existenzsicherndem Einkommen und Zeit für die Familie.“

 


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