Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 77 - 13.11.2017

Immer mehr Beschäftigte in Rheinland-Pfalz müssen einem Nebenjob nachgehen

Die Zahl der Beschäftigten in Rheinland-Pfalz, die einem Nebenjob nachgehen, ist in den vergangenen Jahren dramatisch gestiegen. Waren im Dezember 2003, nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit, noch 68.403 Menschen in einer geringfügig entlohnten Nebentätigkeit beschäftigt, so waren es im Juni 2016 134.750 Menschen, die entweder geringfügig entlohnt oder kurzfristig beschäftigt waren. Bemerkenswert findet Dietmar Muscheid, Bezirksvorsitzender des DGB Rheinland-Pfalz / Saarland, dass sich auch viele Beamtinnen und Beamte der Polizei unter den Mehrfachbeschäftigten finden:

 

„Der Polizeidienst ist psychisch wie physisch sehr belastend, viele Beamtinnen und Beamten arbeiten dazu im Schichtdienst. Wenn etwa 1.500 der rund 9.000 Polizeibeamtinnen und Polizeibeamten einer Nebentätigkeit nachgehen, dann muss sich die Politik fragen, ob sie diejenigen gut genug bezahlt, die für die Sicherheit in unserem Land sorgen.“

 

Rheinland-Pfalz folgt mit der steigenden Mehrfachbeschäftigung einem bundesweiten Trend, wobei die Mehrfachbeschäftigtenquote in Rheinland-Pfalz mit 9,3% deutlich über dem Bundesdurchschnitt von 8,3% liegt.

 

„Ich halte es für eine gefährliche gesellschaftliche Entwicklung, dass immer mehr Menschen nach Feierabend in einem Nebenjob weiterarbeiten müssen. Die steigende Zahl psychischer Erkrankungen zeigt, dass die Beschäftigten mehr Zeit und Raum zur Erholung benötigen, nicht weniger.“, sagt Dietmar Muscheid und fügt an:

 

„Es ist paradox, dass einerseits ein immer späterer Renteneintritt gefordert wird und gleichzeitig immer mehr Menschen gezwungen sind, mehr Wochenstunden zu arbeiten. Die Politik ist dringend aufgefordert Rahmenbedingungen zu setzen, die den Menschen gute Arbeit, mit einer auskömmlichen Bezahlung, Zeit zur Regeneration und eine existenzsichernde Rente garantiert.“

 


Nach oben