Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 022 - 01.05.2018

Tag der Arbeit 2018: Solidarität, Vielfalt, Gerechtigkeit

„Solidarität, Vielfalt, Gerechtigkeit“ – unter diesem Motto demonstrierten am Tag der Arbeit Tausende Menschen in Rheinland-Pfalz und dem Saarland.

Die Gewerkschaften nutzten die insgesamt 18 Veranstaltungen im Bezirk Rheinland-Pfalz / Saarland am diesjährigen 1. Mai, um ihre Erwartungen an Landespolitik und die neue Bundesregierung zu adressieren, wie Dietmar Muscheid, Vorsitzender des DGB Rheinland-Pfalz / Saarland feststellt:

„Wir haben unsere Erwartungen an die Politik im Land und im Bund heute klar formuliert: Wir wollen, dass sich niemand fragen muss, ob der Arbeitsplatz sicher ist, ob das Geld und später die Rente reichen. Wir wollen, dass mehr Beschäftigte den Schutz von Tarifverträgen genießen, dass sie mehr Mitbestimmung und mehr Arbeitszeitsouveränität in den Betrieben und Verwaltungen erhalten. Wir wollen ein gerechtes Steuersystem, mit dem eine solide Infrastruktur und bezahlbare Wohnungen finanziert werden und einen öffentlichen Dienst, der seine Aufgaben gut erfüllen kann. Wir wollen gute Bildung für alle Kinder. Sie haben ein Recht darauf.“

Dietmar Muscheid sprach am 1. Mai in Trier, wo Karl Marx vor fast genau 200 Jahren, am 5. Mai 1818, geboren wurde. Mit Blick auf die Herausforderungen, die die Digitalisierung mit sich bringt, erinnerte Muscheid daran, wie vorausschauend der weltbekannte Trierer die Dynamik des Kapitals auf und die damit verbundenen gesellschaftlichen Umwälzungen analysiert hat. Muscheid konstatierte, dass wir mit der Digitalisierung heute wieder vor ähnlichen Herausforderungen stehen und sich dieser Prozess nicht aufhalten, aber mitgestalten lasse:

„Es wird starke Gewerkschaften brauchen, um die Digitalisierung so zu gestalten, dass sie den Menschen nutzt, ihnen neue Freiheiten verschafft und sie nicht als digitales Proletariat ausbeutet. Noch stehen wir am Beginn des Digitalisierungsprozesses und erleben bereits heute, dass rund 3,7 Millionen Beschäftigte in Vollzeit weniger als 2.000 Euro brutto verdienen. Im Westen betrifft das fast 18 Prozent der sozialversicherungspflichtig Vollzeitbeschäftigten, im Osten fast jeden Dritten. Und das in Zeiten einer boomenden Wirtschaft! Wen wundert es, wenn diese Menschen Zukunftsängste in sich tragen?“, so Muscheid, der in seiner Rede eine grundlegende Reform der Agenda 2010-Politik forderte, die eine bessere soziale Absicherung zum Ergebnis haben muss. Auch ein besseres Angebot zur Qualifizierung und Weiterbildung nannte Muscheid als wichtige Stellschraube, um den Herausforderungen der Digitalisierung zu begegnen.

Zum Abschluss sendete Muscheid noch ein deutliches Signal für eine solidarische Gesellschaft und gegen den Rechtspopulismus und Fremdenfeindlichkeit: „Es spielt keine Rolle, wo unsere Kolleginnen und Kollegen geboren wurden, welche Hautfarbe  oder welchen Glauben sie haben - wir demonstrieren heute alle gemeinsam dafür, dass die Weichen für die Zukunft der Arbeit richtig gestellt werden. Nur so können wir den Menschen die Ängste nehmen, die die rechten Brandstifter zum Stimmenfang missbrauchen.“

 

 


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