Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 017 - 20.04.2018

Verhärtung von Langzeitarbeitslosigkeit auch in Rheinland-Pfalz

Wie die dpa Anfang der Woche meldete, verbleiben arbeitslose Bezieherinnen und Bezieher der Grundsicherung immer länger im Hartz-IV-System. Ein Sprecher der Bundesagentur für Arbeit wurde in diesem Artikel mit der Aussage zitiert, dass sich die Langzeitarbeitslosigkeit bundesweit verhärte. Dietmar Muscheid, Vorsitzender des DGB Rheinland-Pfalz / Saarland, erkennt diese Entwicklung auch in Rheinland-Pfalz:

„Es ist bedauerlich, dass die Langzeitarbeitslosen von der guten konjunkturellen Entwicklung abgeschnitten sind. Mehr als ein Drittel aller Arbeitslosen in Rheinland-Pfalz gilt als langzeitarbeitslos. Während die Bundesagentur für Arbeit immer weiter sinkende Arbeitslosenzahlen vermeldet, steigt die durchschnittliche Dauer von Arbeitslosigkeit in Rheinland-Pfalz. Deshalb müssen wir feststellen, dass sich die Langzeitarbeitslosigkeit auch Rheinland-Pfalz verhärtet.“ 

Die neue Bundesregierung hat den Abbau der Langzeitarbeitslosigkeit als Schwerpunkt ihrer Arbeitsmarktpolitik angekündigt. Dietmar Muscheid fordert, dieser Ankündigung Taten folgen zu lassen:

„Bereits im Koalitionsvertrag von Union und SPD von 2013 war eine Anhebung der Mittel zur Eingliederung Arbeitssuchender um 1,4 Milliarden Euro angekündigt – tatsächlich wurden die Fördermittel unter dem Strich sogar gekürzt! Die große Koalition muss jetzt endlich liefern und darf keinesfalls weitere vier Jahre verstreichen lassen. Besonders wichtig wäre es, viel stärker als bisher in die Aus- und Weiterbildung der Langzeitarbeitslosen zu investieren, um ihre Chancen am Arbeitsmarkt nachhaltig zu verbessern. Für Arbeitslose ohne abgeschlossene Berufsausbildung sollte es einen generellen Rechtsanspruch auf eine Nachqualifizierung geben.“

 

Hintergrundinformationen auf Grundlage von Zahlen der Bundesagentur für Arbeit:

  • In Rheinland-Pfalz ist die Zahl der Arbeitslosen insgesamt rückläufig. Waren im Dezember 2011 noch 104.471 Menschen arbeitslos gemeldet, so waren es im Dezember 2017 98.716 Personen.
  • Auch der Bestand der Langzeitbezieher der Grundsicherung nach SGBII hat sich in diesem Zeitraum von 97.733 auf 93.665 Personen verkleinert. Beides kann auf die gute wirtschaftliche Entwicklung zurückgeführt werden.
  • Langzeitarbeitslose sind von dieser positiven Entwicklung abgeschnitten, was sich auch daran zeigt, dass Arbeitslosigkeit in Rheinland-Pfalz immer länger dauert. Als langzeitarbeitslos gilt, wer 364 Tage und länger arbeitslos ist. Lag die durchschnittliche Dauer der Arbeitslosigkeit im Dezember 2011 noch bei 398 Tagen lag, so stiegt sie bis Dezember 2017 mit 438 Tage deutlich an. Rheinland-Pfalz liegt damit über dem Bundesschnitt von 397 Tagen.
  • Ein Drittel aller Arbeitslosen in Rheinland-Pfalz gilt als langzeitarbeitslos. Die Zahl der Menschen, die in Rheinland-Pfalz länger als drei Jahre arbeitslos gemeldet waren, stieg im Zeitraum von Dezember 2011 bis Dezember 2017 von etwa 9.300 auf rund 11.000 an.

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