Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 20 - 25.04.2018
Muscheid: Politik muss dringend reagieren, um Nachwuchs im Land zu halten

Besoldungsreport 2018

Rheinland-Pfalz Schlusslicht bei der Lehrerbezahlung

Der DGB Bundesvorstand hat am heutigen Mittwoch den Besoldungsreport 2018 veröffentlicht. Er enthält Vergleichszahlen zum Jahreseinkommen ausgewählter Besoldungsgruppen zwischen dem Bund und den Bundesländern. Dietmar Muscheid, Vorsitzender des DGB Rheinland-Pfalz / Saarland, sieht vor allem die Unterschiede bei den Einstiegsgehältern kritisch:

 

„Hier wird sehr deutlich, dass unser Land reagieren muss, wenn wir nicht weiterhin Beamtinnen und Beamte nach der Ausbildung an den Bund und die angrenzenden Länder verlieren wollen. Fachkräftemangel gibt es auch bei den Beamtinnen und Beamten im öffentlichen Dienst. Ich kann gut verstehen, wenn junge Beamtinnen und Beamte als Berufsanfänger dort starten, wo sie am meisten für ihre Arbeitskraft bekommen. Und das ist dann leider nicht in Rheinland-Pfalz, sondern in einem der angrenzenden Bundesländer oder direkt beim Bund.“

 

Wenn Feuerwehrleute nach der Ausbildung mit der Besoldungsgruppe A7 starten, bekommen sie in Baden-Württemberg rund 850 Euro pro Jahr mehr als in Rheinland-Pfalz. Polizeibeamte, die nach dem Studium mit der Besoldungsgruppe A9 starten, erhalten in Baden-Württemberg jährlich rund 1400 Euro mehr. Noch größer ist der Abstand bei den Lehrerinnen und Lehrern in der Besoldungsgruppe A13 mit der Abstand von rund 6500 Euro pro Jahr.

„Rheinland-Pfalz ist bekannt für seine guten Ausbildungsstandards im öffentlichen Dienst. Unsere Absolventinnen und Absolventen sind begehrt. Wenn wir sie in unserem Bundesland halten wollen, muss hier dringend nachgesteuert werden. Wir fordern die Landesregierung auf, nicht erst bis zur nächsten Tarif- und Besoldungsrunde in 2019 zu warten, sondern jetzt zu handeln. Wir brauchen dringend eine zusätzliche, tabellenwirksame Erhöhung bei den Beamtinnen und Beamten.“, so Muscheid.

 

Den ganzen Besoldungsreport finden Sie hier zum Download: Besoldungsreport 2018 

 

Zum Hintergrund:

Die Position von Rheinland-Pfalz im Ranking hat sich gegenüber dem Vorjahr nur scheinbar verbessert. In den anderen Bundesländern wird immer noch 0,2% des Tarifergebnisses bei der Übertragung für die sogenannte Versorgungsrücklage einbehalten. Dieser Abzug wurde in Rheinland-Pfalz im Zuge der 1%-Deckelung der Besoldung im Jahr 2012 beendet.

Die Verschlechterung der Position des Saarlandes beruht im Wesentlichen auf einer zeitlich verzögerten Übertragung (01.09.2018 statt 01.01.) der zweiten Stufe des letzten Tarifergebnisses auf die Beamtinnen und Beamten.

 


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